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Daniel_F.

unregistriert

1

Sonntag, 17. Juni 2012, 12:19

Differentialtausch E46 (330 Cabrio) *viele Bilder*

Da wir gestern abend beim Umbau des Differentials einerseits wußten wie es optimal und zeitsparend geht und andererseits auch noch genug Muße hatten ein paar Fotos zu machen, dachte ich mir da könnte man auch direkt ne bebilderte Ausführung zu machen.

Als Disclaimer vorne weg: Ich hafte nicht für Schäden die durch die Verwendung meines "Erfahrungsberichtes" entstehen und es besteht keine Gewähr für Richtigkeit. Das Copyright auf Bilder und geistiges Eigentum liegt beim Ersteller

Die Umbaumaßnahmen wurden an einem 330 Cabrio vollzogen, andere Motor- und Karosserievarianten können leicht/stark abweichen!

Soll statt des bisherigen Differentials ein anderes verbaut werden, evtl sogar noch eine andere Baugröße, dann wird dringend empfohlen den Bericht KOMPLETT zu lesen oder als erstes die letzten Absätze!

An Werkzeug benötigt man nicht sehr viel, wir sind den lazy mans way gegangen und haben die Abgasanlage nicht demontiert, es ging auch so problemlos.

Benötigtes Werkzeug:

Steckschlüssel (Nuss):
  • 10mm (1/4")
  • 13mm
  • 16mm
  • 17mm (1/4")
  • 18mm
  • 21mm
  • 14mm Inbusnuss (kurz)
  • kurze und lange Verlängerung
  • Aussentorx E12 (idealerweise 1/4")
  • möglichst Schlagschrauber und Druckluftratsche


Ringschlüssel:
  • 13mm
  • 16mm
  • 21mm


Sonstiges:
  • Schonhammer
  • Fäustel
  • kleiner Metallhammer
  • Montierhebel
  • großer Schlitzschraubendreher
  • Schmiermittel/Never Seize




Los gehts!

Das Erste was man benötigt oder auf jedenfall haben sollte ist: Platz :!:



Den hatten wir erfreulicherweise zu genüge :thumbsup:

Als nächstes sollte man sich eine stabile Möglichkeit schaffen den Wagen vom Boden zu entfernen. Das geht mit einer Grube schon halbwegs gut, mit einer Bühne optimal.
Von Arbeiten auf Jack Stands mag man halten was man möchte, das mag im Notfall gehen, ich würde es aber vermeiden wenn möglich.
Folglich:



Genug Platz um in Ruhe zu arbeiten.

Ein Quickshot des Arbeitsplatzes für die nächsten ~2 Stunden und direkt auch schon die erste Möglichkeit körperlich aktiv zu werden:



Zu allererst sollte das Differential ausbluten. Dazu benötigt man einen 14mm Sechskant, idealerweise als Ratschenaufsatz.



Die Füllmenge eines 188k Differentials beträgt 1,2L. Diejenige eines 168k lediglich 0,9L.
Das Öl sollte fachgerecht aufgefangen und entsorgt werden. Da das Öl im vorliegenden Fall allerdings erst 2 Wochen alt war, wurde es in verringerter Menge wiederverwendet.



Beim Cabrio gibt es, aufgrund der stabilisierenden Zugstreben, noch ein wenig mehr Arbeit, die Zugstreben fangen aber auch wunderbar die gelöste Abgasanlage auf. Bei Fahrzeugen ohne Zugstrebe sollte die Abgasanlage im Bereich des Hecks aufgehangen oder abgestützt werden, dazu aber später mehr.

Nachdem die Abgasanlagenhalterung zwischen VSD und MSD entfernt wurde, kann die Zugstrebe demontiert werden. Im vorliegenden Fall verläuft über die rechte Zugstrebe die LPG Zuleitung, so das die Zugstrebe nicht ausgebaut werden konnte und ganz vorne rechts befestigt bleibt. Die linke Seite liegt auf dem Träger der Hebebühne auf und fängt die Abgasanlage ab.

Zuerst sollte man Schraube A lösen, dann B, dann C und zuletzt die beiden 16mm. Danach wird die Zugstrebe ein wenig gen Boden fallen, also festhalten und langsam ablassen!



Detailansicht zu Schraube A:



Detailansicht zu Schraube B:



Detailansicht zu Schraube C:



Die letzten beiden Schrauben der Zugstrebe noch entfernen und aufpassen das die Zugstrebe niemandem auf den Kopf fällt!



Als nächstes sollte die Abgasanlage am ESD ausgehangen werden, dazu links den Haltezapfen aus dem Auspuffgummi hebeln und rechts die beiden 13mm Sechskantmuttern entfernen. Leider habe ich von den beiden Muttern kein Foto gemacht, die sollten aber auffallen. Wichtig: Bei Fahrzeugen mit Abgasklappe den Unterdruckschlauch an der Druckdose abziehen



Die Abgasanlage muss dann mit einem Getriebeheber abgefangen oder am Unterboden aufgehangen werden. Bei Fahrzeugen mit Zugstrebe kann die Abgasanlage auf der Zugstrebe abgelegt werden.



Nachdem die Abgasanlage abgehangen oder demontiert ist (zum vollständigen Ausbau die 4 Muttern vorne am Übergang Krümmer/VSD lösen und Abgasanlage zur Seite legen), kann das kleine Hitzeschutzblech entfernt werden. Dazu die beiden Schrauben entfernen, SW 10mm.



Das Hitzeschutzblech verwehrt den Einblick und Zugriff auf 3 Muttern, die gelöst werden müssen.
Vor der Demontage der "Stützbrücke" muss unbedingt die Hinterachse abgefangen werden, dies geschieht am Besten mittels Getriebeheber.



Nach dem Ausbau der "Stützbrücke" einfach die beiden großen Muttern wieder aufschrauben, dann kann der Getriebeheber gefahrlos entfernt werden.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Daniel_F.« (17. Juni 2012, 17:10)


Daniel_F.

unregistriert

2

Sonntag, 17. Juni 2012, 12:20

Die demontierte "Stützbrücke" und die Abgasanlagenhalterung...



Als nächstes kann der Hitzeschutz seitlich an der Abgasanlage vorbeigeschoben werden, dieser ist mit 4 10mm Sechskantschrauben an der Karosserie befestigt.



Als nächstes kommt der Stabi ran, diese würde beim Ausbau des Differentials ziemlich stören. Dazu jeweils eine Schraube mit Mutter á 13mm Sechskant rechts und links entfernen und die beiden Haltelaschen nach oben drücken. Dann können die Haltelaschen sowie das Führungsgummi entfernt und der Stabi rechts Richtung Heck geschoben werden.



Um den Stab wie gezeigt nach hinten schieben zu können, muss er vom oberen Querlenker gelöst werden. Dazu die rechte Seite am oberen Querlenker lösen. Die Schrauben (oben auf dem Querlenker) haben eine Schlüsselweite von 17mm (hier empfiehlt sich eine kleine Ratsche mit 17mm Nuss) und unten eine Schlüsselweite von 13mm (lange Verlängerung ist vorteilhaft).



Der Stabi kann ziemlich weit Richtung Heck geschoben werden und dann kanns auch schon an die Demontage der Antriebswellen gehen... Dazu die 6 Aussentorxschrauben sowie deren Unterlegbleche entfernen. Um die Schrauben zu entfernen braucht man einen E12 Schlüssel/Nuss. Vorteilhaft ist die Demontage mittels Schlagschrauber, da man somit nicht das Rad ständig festhalten muss (Handbremse müßte jedesmal gelöst und wieder angezogen werden).

Da nur eine halbzöllige E12 Nuss zur Verfügung stand, wurden die Gummibalge mit Silikonöl eingesprüht um die Reibung zu reduzieren. Optimal wäre hier die Verwendung von 1/4" Werkzeug *Kaufliste...*



Das selbe Spielchen kommt auch auf der Fahrerseite zum Zuge, hier steht durch die Abgasanlage und den Stabi aber wesentlich weniger Platz zur Verfügung. Da der Schlagschrauber hier zu groß war, kam eine Druckluftratsche mit kurzer Verlängerung zum Einsatz. Das Vorgehen erzeugte zwar den einen oder anderen Wutausbruch, ersparte allerdings die Hantiererei mit abreißenden Stehbolzen am Übergang zwischen Krümmer und VSD :floet:



Danach das Ganze noch auf der Eingangsseite, hier ist unter Verwendung eines Schlagschraubers allerdings eine lange Verlängerung empfehlenswert.



Nun muss die Kardanwelle noch vom Eingangsflansch getrennt werden, dazu an der markierten Trennstelle mit einem großen Schlitzschraubendreher vorsichtig hebeln. Um 180° verdreht befindet sich die zweite Trennstelle, diese abwechselnd benutzen bis die Kardanwelle löst. Die Kardanwelle dann mit einem langen Kabelbinder an den beiden darüber laufenden Handbremsseilen abfangen. Die rechte Antriebswelle kann zum einfacheren Ausbau auf die Zugstrebe gelegt werden, alternativ abstützen oder abfangen.

Als nächstes die beiden SW18mm Schrauben entfernen, diese halten das Differential vorne. Beim Ausbau der Schrauben wird das Diff ~5mm auf den darunter befindlichen Träger absacken, am Besten abstützen und danach langsam ablassen.



Jetzt hält lediglich eine Schraube/Mutter das Differential. Diese befinden sich auf der Rückseite und haben Schlüsselweite 21mm. Aus hoffentlich verständlichen Gründen wurde beim Ausbau davon kein Bild gemacht, das Differential war schwer genug. Beim finalen Foto gibt es aber eine Markierung der entsprechenden Schraube.

Wenn die Schraube gezogen wird, sollte das Differential an Position gehalten werden. Dies kann durch einen Getriebeheber erfolgen. Die Erfahrungen zeigen allerdings, dass das Differential zu zweit am einfachsten nur per Hand ausgebaut wird. Das 188k Differential wiegt ~31kg, man sollte sich also gut überlegen ob man es alleine ohne Getriebeheber ausbauen möchte!

Vergleich 188k/168k:



Bis hierhin sollten bei zügiger Arbeitsweise und zu zweit etwa 45-60min vergangen sein und spätestens jetzt wird es Zeit für:



:love: :love: :love:

Sofern das Differential durch den baugleichen Typ ersetzt wird und die Flansche schon verbaut sind, kann der Einbau direkt in umgekehrter Reihenfolge vollzogen werden. Der Einbau gelingt i.d.R. schneller und sollte in etwa 30-45min brauchen. Vor dem Einbau sollte das Diff mit der passenden Menge Öl befüllt werden.
Beim Einbau sind die Schrauben mit dem entsprechenden Drehmoment anzuziehen, siehe TIS


Wenn das alte Diff durch ein NICHT-Baugleiches ersetzt werden soll...

Da hier allerdings das 188k durch ein 168k Differential ersetzt wurde, mußten einige Anpassungsarbeiten vollzogen werden, auf die im weiteren noch eingegangen werden soll:

Die Verwendung der Antriebswellenflansche an den unterschiedlichen Differentialtypen gestaltet sich recht problemlos, man benötigt lediglich die entsprechenden Staubschutzscheiben.

Die Flansche lassen sich mit einem Montierhebel oder leichten Hammerschlägen recht einfach rausklopfen. Wichtig ist allerdings, bei Verwendung der 188k Flansche am 168k Differential passen lediglich die äußeren Staubschutzscheiben vom 168k Differential. Die Inneren braucht man nicht zu kaufen.

Um die äußeren Staubschutzscheiben vom 168k Differential auf die Flansche vom 188k zu bekommen, sollte man am besten einen Dorn anfertigen und mit einem Hammer die Staubschutzscheiben auf die Flansche treiben. Diese passen NICHT an die alte Stelle, sondern kommen dahin, wo vorher die inneren Staubschutzscheiben waren. Da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als 1000 Worte:



Will man jetzt noch ein 168k Differential an einem 330 Benziner montieren, muss man zwingend den Eingangsflansch oder die gesamte Kardanwelle tauschen. Da der Tausch der Kardanwelle Kosten und die Demontage der Abgasanlage nach sich zieht, wurde der Eingangsflansch des Differentials getauscht. Erfreulicherweise konnte das Diff direkt mit Flansch vom 330 gekauft werden.

Nach ~500km ist mir am Sonntag das Gleichlaufgelenk von der Kardanwelle gesprungen. Schäden hat es keine gegeben, allerdings hatte der Wagen logischerweise keinen Vortrieb mehr. Um dem Kauf einer Kardanwelle vom 325 zu entgehen, hat mir Neco freundlicherweise einen Adapter gefertigt. Dieser gleicht das fehlende Maß zwischen dem 168k und dem 188k Differential aus. Soll an einem 330 Benziner ein 168k Differential verbaut werden, empfehle ich nachdrücklich die Verwendung der 325er Kardanwelle und NICHT den Flansch zu tauschen!

Beim Wechseln des Flansches ist größte Vorsicht geboten, da die Eingangslager nicht mit Drehmoment vorgespannt werden, bzw es gibt keinerlei Angabe zum Anzugsmoment in schriftlicher Form! Will man den Flansch oder den Radialwellendichtring auf der Eingangsseite tauschen, muss die Position der Mutter zur Eingangswelle und die Position des Flansches auf der Eingangswelle markiert werden und nach erfolgtem Austausch penibel auf diese Markierungen angezogen werden!
Möglichst den Flansch vom 168k Differential drauf lassen und statt dessen eine 325er Kardanwelle verbauen!

Bei Verwendung des Eingangsflansches vom 330i an einem 168k Differential muss die Staubschutzscheibe vom Flansch entfernt und dieser auf einer Drehbank bearbeitet werden.

Da von der Bearbeitung leider kein Bildmaterial besteht, wird auf ein Foto aus der Google Bildersuche zurück gegriffen:



Danach paßt der Flansch ganz normal aufs 168k Differential (+ Adapter) und das Diff kann eingebaut werden.

Einbau in umgekehrter Reihenfolge zum Ausbau.

Beim Zusammenbau muss das Gelenk der Kardanwelle ein wenig gelängt werden, dazu am Besten mit einem Schonhammer das Gelenk an mehreren Stellen Richtung Flansch klopfen. Keinesfalls das Gelenk mit einem Hammer längen, sondern einen passenden Adapter anfertigen!



Wenn alles wieder montiert ist, steht einer Probefahrt nichts mehr im Wege. Anschließend sollte noch einmal alles auf Dichtigkeit kontrolliert werden.

Finales Ergebnis:



Und noch ein Schnapschuss der verwendeten Werkzeuge:

Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von »Daniel_F.« (28. Juni 2012, 11:29)


Neco

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Biber320

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4

Sonntag, 17. Juni 2012, 16:44

Super gemacht! Ich hoffe dass ich sowas niemals machen muss

Gesendet von meinem GT-I9300 mit Tapatalk 2:cool:

Daniel_F.

unregistriert

5

Sonntag, 17. Juni 2012, 16:46

Wenn doch, "Anleitung" ausdrucken oder besser am Laptop mitschleppen und ziemlich genau dran halten. Wenn man das Werkzeug parat hat gehts echt einfach.

Beim ersten Mal haben wir auch 4 Stunden für den Ausbau gebraucht, beim zweiten mal noch 45min :D

bluedown

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6

Sonntag, 17. Juni 2012, 16:55

:thumbup: :thumbup: :thumbup:

Top Anleitung! Hoffe auch das ich das so nie wechseln oder reparieren muss.
Ist das beim 320d auch so in etwa?

Neco

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7

Sonntag, 17. Juni 2012, 16:58

:thumbup: :thumbup: :thumbup:

Top Anleitung! Hoffe auch das ich das so nie wechseln oder reparieren muss.
Ist das beim 320d auch so in etwa?
Beim 320d wirst du keine Zugstreben wie beim Cabrio haben.
Vondaher denkst du dir diese nicht herbei.
Dafür musst du den ESd entweder abstützen oder demontieren.
Ansonsten würde ich sagen, in etwa gleich.

Daniel_F.

unregistriert

8

Montag, 25. Juni 2012, 21:33

Leider ein etwas unerfreuliches Update im 2ten Post :S