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Feldheld

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Mittwoch, 31. Juli 2013, 20:14

Automatikgetriebe spülen / neu mit Getriebeflüssigkeit befüllen

Kurzer Erfahrungsbericht: Modell E46 Touring, 320d Facelift, Bj. 11/2001, KM 220.000, Automatikgetriebe GM A5S 360R (oder auch GM Hydra-Matic 5L40E ST)
Grund für die Maßnahme war zum einen der hohe KM-Stand des Wagens und zum anderen war mir zuletzt aufgefallen, daß schon nach kurzen Standzeiten (2-3 Tage) das Getriebe etliche Sekunden brauchte um auf D oder R ohne Gas in den Kriechgang zu kommen. Sonst schaltete das Getriebe für meinen Geschmack tadellos. Um die Funktion meiner Wandlerüberbrückungskupplung zu beurteilen fehlt mir die Erfahrung bzw. der Vergleich mit einer korrekt funktionierenden. Ehrlich gesagt ist mir im Gegensatz zu meinem ehemaligen 524tdA (E28), wo Drehzahl und Drehmoment beim Kraftschluß sehr deutlich runtergingen, noch garnicht aufgefallen, daß ich überhaupt eine WÜK habe. Jedenfalls machte das Getriebe bisher keine Rucke oder Geräusche. Auch der Verbrauch scheint mir für Automatik nicht ungewöhnlich (ca 8l/100km bei halbe-halbe Stadt und Autobahn).

Folgende Hilfsmittel / Materialien hab ich mir vorher besorgt:

- 2m transparenten Kunsstoffschlauch 12mm (Innendurchmesser)
- Flüssigkeitshandpumpe (zum Befüllen des Getriebes mit neuem Öl) plus passendes Schlauchmaterial, ein Schlauch mit 10mm Innendurchmesser paßt noch in die Einfüllöffnung.
- Trennzange für BMW Ölkühler (ebay)
- 5l transparente Plastikflasche (gabs bei uns im Getränkemarkt mit irgendeinem ekligen Getränk drin für eins fuffzich), auf der Flasche mit Farbstift anzeichnen, wo 1l, 2l, 3l etc sind
- 15l Fuchs 4000 Titan ATF (ca 90 Euro incl Versand)
- große Pappe zum Unterlegen (das wird in jedem Fall kleckern!)
- Wanne zum Auffangen, leerer 5l Kanister + Trichter zum Umfüllen von Altöl
- neuer Filter + Dichtung (ebay)
Dieses Video hat mir ne Menge geholfen:


Weitere Links zum Thema GM-Getriebe, die ich persönlich besonders hilfreich fand:
Automatik-Getriebe-Thread auf e46fanatics, sehr umfangreich aber sehr lesenswert
Explosionszeichung mit Teileliste (englisch)
Ausführliches Repair-Manual (englisch)

1. Beide Achsen hochbocken, daß der Wagen waagerecht steht.

Optimal wäre natürlich Hebebühne oder Grube. Ich hab die Hinterachse auf gewöhnliche Baumarkt-Rampen hochgefahren und dann mit einem Rangierwagenheber unter der Wölbung in der Versteifungsplatte angesetzt die Vorderachse hochgehoben und Unterstellböcke unter die Wagenheberaufnahmen gestellt. Um den Wagenheber dorthin zu bekommen, kann man z.B. auf Bretter fahren oder mit dem Wagenheber beide Seiten soweit anheben, daß die Böcke auf niedrigster Stellung unter die Wagenheberaufnahmen passen. Wahrscheinlich kann man den Rangierwagenheber auch von der Seite her (direkt hinterm Vorderrad) an den Ansatzpunkt in der Versteifungsplatte heranbekommen.
Etwas ausführlicher beschreibe ich das Hochbocken in diesem Thread.



2. Altes Öl ablassen, Ölwanne säubern, neuer Filter, neue Dichtung

Als erstes geprüft, ob ich die Einfüllschraube (Torx 40) gelöst bekomme. Wenn man erst das Öl abläßt und dann merkt, daß man die Einfüllschraube nicht rauskriegt, hat man ein echtes Problem. In vielen Beschreibungen hatte ich gelesen, daß der Raum für eine Ratsche mit Stecknuß nicht ausreicht, und mir einen L-förmigen Torx Schlüssel gekauft. War aber nicht nötig, es ging problemlos mit der Ratsche.


Öl ablassen: Wanne untergestellt und Ablaßschraube (Torx 45) geöffnet. Bei mir kamen gut 3 liter raus. Ablaßschraube wieder zu. Nun vorn am Ölkühler die Wanne untergestellt und die in Fahrtrichtung gesehen linke Leitung (Ölkühler-Ausgang) mit der Trennzange abgezogen. Die Leitungen sind über Schnellkupplungen angeschlossen, mit bloßen Fingern hab ich sie leider nicht abbekommen, daher das Spezialwerkzeug. Auch hier kam einiges an Öl raus. Hab dann in die offene Rücklaufleitung reingepustet um das restliche Öl darin in die Ölwanne zu befördern. Anschließend nochmal an der Ölwanne die Ablaßschraube geöffnet um weiteres Öl abzulassen, da ich beim Abnehmen der Ölwanne möglichst wenig Kleckerei haben wollte.

Ölkühler von oben gesehen.

Ölwanne abbauen: Nun die 20 Schrauben der Ölwanne (SW10 sechskant) reihum gelöst. Die vier Schrauben an den Ecken hab ich erst drin gelassen um das Abnehmen der Ölwanne zu erleichtern. Unterm Auto liegend ist man über jede Arbeitserleichterung dankbar. Ein Hitzeschutzblech vom Auspuff verdeckt dämlicherweise eine der Schrauben ein bischen und ist auch lästig beim Abnehmen der Ölwanne, dazu gleich mehr. Nun die vier restlichen Schrauben an den Ecken soweit rausgedreht, daß sie gerade noch hielten und mit einem kleinen Stemmeisen die etwas festsitzende Ölwanne gelöst. Jetzt überlegt, in welcher Richtung ich die Ölwanne abkippen muß um das restliche Öl (einiges!) in die Auffangwanne abzulassen. Dabei spielt das oben genannte Hitzeschutzblech eine Rolle, da es die Ölwanne nur ein einer Richtung vernünftig abkippen läßt. Nun die vier restlichen Schrauben rausdrehen, die Ölwanne dabei gut festhalten, und dann die Ölwanne wie geplant über der Auffangwanne abkippen.

Ölwanne reinigen: Magnet aus Ölwanne genommen, gründlich gereinigt, Ölwanne mit Bremsenreiniger gründlich außen und innen gereinigt. Der Boden der Wanne war mit einer dünnen Schicht aus schwarzem, leicht silbrig schimmerndem Schlamm bedekt (schwarz-metallic sozusagen :) ), wohl die zu erwartende Mischung aus metallischem und Kupplungs-Abrieb. Späne waren nicht darin. Die Dichtung hab ich mit einem Taschenmesser gelöst bekommen, es blieben noch Gummireste kleben, die ich dann mit einem Glaskeramik-Schaber (Küchenutensil mit Rasierklinge drin) entfernt habe.

Filtertausch: Nun den alten Filter aus dem Loch gezogen in dem er steckte. Einer der orangenen Dichtringe blieb im Loch, ließ sich aber problemlos mit dem Zeigefinger rauspopeln. Auch in dem alten Filter war noch reichlich Öl. Insgesamt kamen an Altöl nur durch die ganze Ablasserei gut 5l zusammen. Das heißt ca 4l waren noch im Getriebe bzw. Wandler drin. Der neue Filter, den ich billig bei ebay gekauft hatte, paßte nicht auf Anhieb. Erst mußte ich einen weißen Kunsstoffring mit Steg in der Mitte, der unter den beiden orangenen Dichtringen saß, entfernen (auf dem originalen saßen auch nur die beiden orangenen Ringe), dann hab ich noch die Abstandhalter aus Plastik, die von der Oberseite des Filters nach oben abstehen, auf etwa die Länge abgesägt, die sie am Originalfilter hatten. So paßte das Teil dann perfekt.

Ölwanne einbauen: Um das Wiederanbringen der Ölwanne zu erleichtern hab ich die neue Dichtung auf der Auflagefläche der Ölwanne mit Fett in der korrekten Position "angeklebt". Die Ölwanne dann wieder geschickt am Hitzeschutzblech vorbei angesetzt und festgeschraubt. Mit der kleinen Ratsche handfest wie früher die Ventilhauben mit ihren Korkdichtungen, die so gern undicht wurden, wenn da einer zuviel Kraft gehabt hatte.

3. Getriebe spülen

Schritt 1 - Befüllen: Zum Befüllen der Ölwanne mit neuem Öl hab ich mir ne Pumpe selbstgebaut. Funktionierte ganz gut, war aber ne ziemliche Asterei. Immerhin bequemer als mit diesen Handpumpen, die man bei ebay oder amazon günstig kaufen kann. Zunächst hab ich über die Einfüllöffnung nun solange neues Öl eingefüllt bis es am Schlauch vorbei herauszutropfen begann. Gingen gut 3,5l rein. Einfüllschraube zu. Dann hab ich vorn am Ölkühler an den offenen Anschluß ein Stück 12mm Schlauch passender Länge aufgesteckt und das andere Ende in die 5l Plastikflasche gehängt.
Nachtrag: man kann das Getriebeöl auch relativ bequem von oben einfüllen, wenn man den Schlauch vom Ölpeilstab her nach unten durchfädelt und danach das Schlauchende, das man in die Einfüllöffnung steckt, penibel sauber macht.



Schritt 2 - Spülen: Nun die Bremse getreten, den Motor gestartet, den Getriebehebel von P auf R, langsam bis 5 gezählt, dann von R auf D, langsam bis fünf gezählt, wieder auf P, Motor aus. Dabei ständig die Bremse getreten, sonst Katastrophe. Den Motor keinesfalls länger laufen lassen, da das Getriebe sonst trocken läuft. In dieser Zeit pumpt die Ölpumpe des Getriebes ca 2-3l altes Öl aus dem Getriebe in die 5l Flasche und saugt zugleich das neue Öl aus der Ölwanne ins Getriebe rein. Anschließend 5l Flasche in Altölkanister entleert. Kam die übliche braune Orignalbrühe raus. (ist nicht nur braun, weil alt, sondern weil die Originalfarbe braun war)

Wiederholen: Diesen Vorgang (Ölwanne neu befüllen, Motor jeweils ca 5 Sekunden auf R und D laufen lassen, dabei altes Öl vorn am Ölkühler auffangen) hab ich zweimal wiederholt. Bei der ersten Wiederholung kam immer noch die alte braune Suppe raus. Bei der zweiten Wiederholung kam frische rote Flüssigkeit. Damit ist fast alles Altöl aus dem Getriebe raus und alles voller neuem Öl. Nach der ganzen Aktion sind von den 15l Neuöl noch 1,5l übrig. Ist also definitiv nicht zuviel! Für besonders gründliche Spüler sogar zuwenig.

Ölstand korrigieren: Anschließend die Leitung am Ölkühler wieder aufgesteckt, Ölwanne wieder randvoll aufgefüllt. Nun müßte ich den korrekten Ölstand einstellen und dazu muß das Getriebeöl 30-50 Grad warm sein. Hatte heute dazu keine Zeit mehr und da ich ohnehin nochmal drunter muß werde ich das in den nächsten Tagen nachholen. Da werd ich auch ein paar Fotos machen.
Nachtrag richtigen Ölstand einstellen: hab nun heute den Ölstand richtig eingestellt, ca ein liter fehlte noch. Getriebeöl warmgefahren (30-50 Grad also gut handwarm), beide Achsen gleich hochgebockt, Einfüllschraube gelockert, Einfüllschlauch vom Ölpeilstab her nach unten durchgefädelt (Foto s.o.), das untere Ende gründlich gereinigt, Pappe und Wanne untergestellt. Nun den Motor laufen gelassen, Bremse getreten, alle Getriebestufen jeweils ein paar Sekunden aktiviert, wieder auf P, und nun die Einfüllschraube rausgedreht, Schlauch rein gesteckt und von oben solange Halbliter-Portionen nachgefüllt, bis es unten überlief. Schlauch rausgezogen und es schoß fingerdick raus, also zuviel drin. Solange gewartet bis es nur noch dünn raustroff und Einfüllschraube rein. Motor aus, fertig :).

Nochwas zum Öl

Hab ziemlich lang rumgegoogelt, welches Öl ich zum Getriebeölwechsel nehmen kann. Das originale Öl hat die BMW Nummer 83220026922 (steht auch auf dem Aufkleber auf der Ölwanne). Dieses Öl gibts aber nicht mehr. BMW selbst schreibt laut TIS als Ersatz Texaco ETL 7045E bzw. BMW Nr. 83220403248 vor. Geht man zu BMW selbst zahlt man pro Liter zwischen 20 und 30 Euro. War mir zu teuer. Ich hab lieber ein bischen gegoogelt und dann zu Fuchs Titan ATF 4000 gegriffen zu knapp 30 Euro pro 5l.

Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von »Feldheld« (5. September 2013, 20:46) aus folgendem Grund: Fotos ergänzt


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Donnerstag, 1. August 2013, 12:30

Man liest und sieht ja des öfteren von durchgeführten Getriebespülungen in Eigenregie. Es zeigt, daß wenn man nicht ganz unbedarft ist, dies durchaus zu bewerkstelligen ist.

Wenn bei einem reinen Wechsel tatsächlich - von einer Gesamtmenge von 9 ltr. Getriebeöl ausgehend - ca. die Hälfte im Getriebesystem verbleibt, kann man ja gar nicht von einem Wechsel sprechen; eine Spülung scheint da schon obligat.
Ich muß mal ganz dumm fragen, warum eigentlich ungleich zum Motorölwechsel so viel Altöl zurückbleibt: Unterdruck im System oder Rückhalteventile?
Grüße

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Donnerstag, 1. August 2013, 12:40

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Donnerstag, 1. August 2013, 12:46

ein Fall für den KGB :D

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Donnerstag, 1. August 2013, 13:42

Man liest und sieht ja des öfteren von durchgeführten Getriebespülungen in Eigenregie. Es zeigt, daß wenn man nicht ganz unbedarft ist, dies durchaus zu bewerkstelligen ist.


Kritisch ist hauptsächlich das Hochbocken beider Achsen auf die gleiche Höhe, wenn man weder Bühne noch Grube hat. Außerdem fand ich es nicht einfach, für das Befüllen eine geeignete Pumpe zu finden bzw. bauen. Der Rest ist normales Schrauben, wobei freilich auf extreme Sauberkeit geachtet werden muß.


Eins sollte ich noch ergänzen: man sollte unbedingt eine Schutzbrille tragen, da es kaum zu vermeiden ist, daß einem aus dem offenen Getriebe mal ein Tropfens Gesicht fällt.

Zitat

Wenn bei einem reinen Wechsel tatsächlich - von einer Gesamtmenge von 9 ltr. Getriebeöl ausgehend - ca. die Hälfte im Getriebesystem verbleibt, kann man ja gar nicht von einem Wechsel sprechen; eine Spülung scheint da schon obligat.
Ich muß mal ganz dumm fragen, warum eigentlich ungleich zum Motorölwechsel so viel Altöl zurückbleibt: Unterdruck im System oder Rückhalteventile?



Die Getriebesteuerung hat ja zig kleine Kanäle, außerdem enthält der Drehmomentwandler sicher allein ein paar Liter.

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Donnerstag, 1. August 2013, 14:04

Außerdem fand ich es nicht einfach, für das Befüllen eine geeignete Pumpe zu finden bzw. bauen. [...]

So wie im Beitrag verlinkten Video sollte es doch aber gehen, i.e. langen, durchsichtigen Schlauch durch den Motorraum nach oben führen, um dort mit Trichter einzufüllen. Damit ist doch genug Druck vorhanden, um das neue Öl in die Wanne fließen zu lassen.
Grüße

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Donnerstag, 1. August 2013, 14:29

Spühlen, Wechseln, da scheiden sich die Geister. Fakt ist, so eine Aktion dauert halt einfach lang und ist aufwändig. Prinzipiell ist nicht das Öl das Problem, sondern der Filter, die Magnete und der korrekte Füllstand in Verbindung mit dem korrekten ATF bzw. dessen Additivierung.

Ich habe schon einiges selbst getestet und eine Spühlung macht keinen echten Sinn, wenn nicht in der Ölwanne schon dicke Späne liegen. Dann ist aber auch meist eine Spühlung völlig überflüssig, denn das Getriebe ist damit Schott.

Ich hoffe du hast die Adaptionen zurückgesetzt und daran gedacht, dass der Ölkühler ein Thermoelement besitzt, welches erst bei ca. 80°C öffnet.
Codieren, Automatikgetriebe-Probleme-Optimieren? Kompressorumbauten? In Düsseldorf/Willich/Jüchen und NRW? Schreibt eine PM!

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Donnerstag, 1. August 2013, 15:05

Spühlen, Wechseln, da scheiden sich die Geister. Fakt ist, so eine Aktion dauert halt einfach lang und ist aufwändig.


Ich fand das Spühlen weder lang noch aufwändig. Kostet halt nur ein paar Euro mehr fürs zusätzliche Öl plus evtl für die Trennzange, falls man die Schnellkupplung nicht mit den Fingern aufkriegt. Und man hat natürlich mehr Altöl zu entsorgen.

Ich hab mich deshalb für Spühlen entschieden, eben weil es mir nach dem genannten Video nicht sonderlich aufwendig erschien und weil ich an vielen Stellen, u.a. bei BMW selbst gelesen hatte, daß sich verschiedene ATFs nicht sonderlich gut mischen. Außerdem - wenn ich schon das Öl wechsle, dann doch möglichst alles und nicht nur die Hälfte. Sonst könnte ich mit dem gleichen Argument ja ganz auf neues Öl verzichten.

Zitat

Ich hoffe du hast die Adaptionen zurückgesetzt und daran gedacht, dass der Ölkühler ein Thermoelement besitzt, welches erst bei ca. 80°C öffnet.



Weder noch. Was meinst Du mit Adaptionen? Und was macht dieses Thermoelement genau?

niemand

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Donnerstag, 1. August 2013, 15:26

Ich vermute jetzt mal, das dieses Thermoelement den Ölkühler unter 80° aus dem Kreislauf nimmt und du somit das alte Öl aus dem Kühler noch im Kreislauf hast. :whistling:
Die Adaptionen sind die vom Steuergerät gelernten Parameter, welche sich auf die Steuerung des Getriebes auswirken. Diese kannst du mit I**a löschen. :)
Zitat:"Wenn Frauen Kopfschmerzen haben, nehmen sie Spalttabletten. Denn Spalt schaltet den Schmerz ab.
Umgekehrt gilt das leider auch.":whistling:



„Komm wir essen Opa“ – Satzzeichen retten Leben!


Eine Lösung habe ich nicht, aber ich bewundere das Problem.

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Donnerstag, 1. August 2013, 15:32

Das Thermoelement im Ölkühler öffnet erst bei einer Wasser- bzw. Öltemperatur von 80°C, erst dann wird der Ölkühler durchströmt. Würde somit den Ölstand im Getriebe nach Fahrt nochmals überprüfen, hier hatten wir ganz am Anfang ein wenig Probleme, inzwischen füllen wir einfach nochmal etwas mehr nach.

Was das Öl angeht: Prinzipiell ist das schon korrekt, aber so ein Wohei muss man nicht um das Öl machen. Es ist im Getriebe nicht so gefordert wie z.B. Motoröl und hat keine Bindewirkung durch z.B. Verschmutz von Verbrennungsprozessen. Insofern ist hier neues Öl zwar nett anzusehen (weil man ein gutes Gewissen hat...) aber nicht nötig. Wichtiger ist da der Filter und die Magnete um den vollen "Selbstreinigungsmechanismus" zu erhalten und den Öldruck wieder hoch zu bekommen.

Adaptionen und Adaptionsfahrt sind zwingend erforderlich und lassen sich nur in einer gut eingespielten Routine abwickeln. Wie das geht habe ich hier im Forum schonmal geschrieben. Grund:

Das Getriebe hat die Schaltdrücke für jeden EDS-Steller einzeln gelernt. Das Öl ist "alt" und die Additive sind nicht mehr so vorhanden, wie bei neuem Öl. Das wiederum sorgt dafür, dass die Schaltungen noch immer - relativ - gesehen ruckfrei ablaufen. Nun füllt man - komplett - neues Öl ein, mit hohem Additivgrad und mit hohem Schlupfgrad. Dann fährt man los und die Reibwerte an den Kupplungslamellen haben sich komplett verändert. Da der Belag nur wenige Millimeter dick ist, ist hier ein langes Rutschen sehr gefährlich und kann die Lamellen in einem Sekundenbruchteil zerstören. Das Getriebe schaltet nach dem Ölwechsel sehr sehr weich, aber auch mit viel Verschleiß, wenn die Adaption + Adaptionsfahrt nicht durchgeführt wurde.
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Donnerstag, 1. August 2013, 15:36

Dann muß ich abermals nachhaken: Die Adaption zu löschen geschieht ja durch das "unmotorisierte kickdown oder IN..", oder?
Macht man dann zusätlich ein Software-update des EGS und wenn ja, was in welcher Reihenfolge :wacko:
Grüße

Flo


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Donnerstag, 1. August 2013, 16:25

So viel Öl kann in dem relativ kleinen Wärmetauscher eigentlich nicht sein. Was die Adaption angeht, danke für den Hinweis!

Hab gleich mal was rumgegoogelt und diesen etwas älteren (2010) Thread von Dir (KGB) gefunden. Damals hattest Du vom Spülen offenbar noch ne bessere Meinung :). Jedenfalls interessant zu lesen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Feldheld« (1. August 2013, 16:32)


madison

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Donnerstag, 1. August 2013, 17:33

Bei Wieviel Kilometern sollte man den so einen Getriebe Ölwechsel vornehmen lassen? Weil bei dem BMW,s doch eig Life Long Oil drinne ist.

niemand

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Donnerstag, 1. August 2013, 17:44

Long Life heißt bei BMW 150tkm, danach ist das Auto für die abgeschrieben und du sollst gefälligst ein Neues kaufen. :thumbup:

Alle 80tkm sagt BMW intern (von einem Freund/ Meister bei einer Niederlassung erfahren). :)
Zitat:"Wenn Frauen Kopfschmerzen haben, nehmen sie Spalttabletten. Denn Spalt schaltet den Schmerz ab.
Umgekehrt gilt das leider auch.":whistling:



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Eine Lösung habe ich nicht, aber ich bewundere das Problem.

madison

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Donnerstag, 1. August 2013, 17:48

Long Life heißt bei BMW 150tkm, danach ist das Auto für die abgeschrieben und du sollst gefälligst ein Neues kaufen. :thumbup:

Alle 80tkm sagt BMW intern (von einem Freund/ Meister bei einer Niederlassung erfahren). :)
Okay Danke was könnte passieren wenn ich es nicht mache weil glaube die meisten die nicht so auf ihre Auto,s achten wechseln das nicht :D