Hallo zusammen. Es ist eine Weile her und ich dachte ich nutze die Gelegenheit um ein paar Updates zu dem Sachverhalt zu geben. Vielleicht hilft das in Zukunft Interessenten, erhebliche Zeit und Nerven zu sparen:
Zuletzt hatte ich vor 5 Monaten die Entscheidung getroffen, den oben beschriebenen M3 ausführlich checken zu lassen. Hierzu hatte ich den Verkäufer gebeten, den M3 in einer professionellen Werkstatt durchchecken zu lassen (ein M-Spezialist aus seinen Kontakten), unter anderem Fahrwerk, TÜV-relevante Sachen, aber auch Kompressionstest und Ölanalyse, um final eine sichere Entscheidung treffen zu können und eine Beurteilung von dem Meister über den Zustand zu bekommen.
Nach langer Diskussion wurde dies akzeptiert und der Wagen wurde auf meine Kosten zu der Werkstatt transportiert. Ich selber habe ebenfalls mir dann Zeit genommen und bin 7 Stunden inkl Rückfahrt zum Standort der Werkstatt gefahren, um mit eigenen Augen zum einen das Fahrzeug zu sehen nochmal und auch eine ausführliche Beurteilung vom Meister zu bekommen. Natürlich habe ich auch für den Check des Fahrzeugs selber gezahlt.
Hierbei haben sich so einige zusätzliche Überraschungen gezeigt:
Der M3 soll jahrelang mit unterschiedlichen Zündkerzen gefahren worden sein. Ob dies in England schon so der Fall war oder ob der aktuelle Besitzer bewusst diese Schlamperei durchgeführt hat, weiß man nicht. Aber der Verkäufer erwähnte zuvor auch, dass er selber die Zündkerzen ab und zu selber rausgenommen hatte, als der Wagen länger stand. Und spätestens da hätte er sowas natürlich sehen müssen. Auf jeden Fall fing es da schon an, abenteuerlich zu werden. Die Hinterachse hatte erhebliche Risse, was der Verkäufer mir vorher nicht gesagt hatte. Differenzial war feucht und musste überarbeitet werden. Bremsen waren sowieso schon fällig. Luftfilter war sowas von verdreckt und aus China und wurde wahrscheinlich zuletzt im Jahre 2005 gewechselt. Insgesamt also war der M3 in einem ekelhaften Zustand, weil seit bestimmt locker über 20 Jahren in den Wagen keinen Cent reingesteckt wurde. Eine grobe Restauration, um den M3 zumindest TÜV fähig und etwas fahrbereit zu bekommen, sollte über 11.000 Euro kosten laut Werkstatt kosten und 3 Monate in Anspruch nehmen. Dies beinhaltet auch Pleuellager und Vanos. SMG war hier allerdings noch gar nicht inbegriffen, welches natürlich auch eine Wartung aufgrund der Zeit erforderte.
Der Wagen blieb nach Vereinbarung bei der Werkstatt und wir wollten und nach ein paar Tagen über die fianle Entscheidung abstimmen. Wenn ich das Auto kaufen sollte, würde es ohnehin in der Werkstatt bleiben, repariert, durch den TÜV gebracht und dann von mir abgeholt werden. Andernfalls, wenn es keine Kaufentscheidung gäbe, wäre der Wagen trotzdem da geblieben und der Verkäufer hätte den nur durch den TÜV gebracht und die entsprechenden Arbeiten vornehmen lassen. Nach langer Diskussion haben wir uns dann von 20.000 Euro auf 15.000 Euro geeinigt, nachdem ich die ganzen Punkte erwähnt hatte. Natürlich hatte sich der Verkäufer etwas dumm angestellt, aber akzeptierte dies.
Allerdings fing hier der Spaß erst richtig an. Als es nach zwei Wochen zu einer Kaufentscheidung kam, hieß es, ich soll ihm das Geld überweisen und er würde mir die Papiere per Post schicken. Da fing schon an, bei mir die roten Alarmglocken zu läuten, da es zuvor mitgeteilt wurde, er wolle das Geld bar haben und jetzt plötzlich per Überweisung. Eigentlich wäre dies kein Problem gewesen, bis zu dem Punkt, als ich angesprochen hatte, dass ich dann bei der Werkstatt anrufen müsste, wenn ich den Kaufvertrag unterschreibe, mit der Bitte, um eine Bestätigung zu bekommen, ob das Fahrzeug noch da ist. Dies ist eine reine Formalität über die physische Existenz und ist sogar rechtlich eine Voraussetzung. Die Werkstatt allerdings hat mir dies verschwiegen und abgelehnt. Es hieß, man könnte mir nicht bestätigen, dass das Fahrzeug noch da ist oder nicht. Ein kranker Witz. Auch obwohl sie eine große Hallte haben, wollte man einem Kunden, der dort über 10k EUR Auftrag erteilt nicht anbieten, den Wagen innen zu lagern. Es war schließlich ein Auto ohne TÜV, und somit aus meiner Seite nicht möglich anzumelden und zu versichern.
Auch die Tatsache, dass die Werkstatt dem Verkäufer einen anderen Preis angeboten hatte (3000 Euro für die TÜV-relevanten Punkte mit Pleuellager und Service, aber von mindestens 11.000 Euro, war wieder eine ganz lustige Angelegenheit. Am Ende des Tages hätte ich den Wagen nie mehr gesehen, wenn ich es gekauft hätte. Ich hätte dem Verkäufer 15.000 Euro gezahlt, aber die Papiere nie bekommen. Option 2, er hätte mir die Papiere geschickt, aber die Werkstatt hätte den Wagen dann wahrscheinlich verschwinden lassen bzw in Teile zerlegt und weiterverkauft, natürlich in Vereinbarung mit dem Verkäufer und gleichzeitig noch jeden Monat von mir 3-4k Euro kassiert für Arbeiten, die gar nicht stattgefunden hätten.
Long story short: mich hat es extrem überrascht, was für Betrüger (nett ausgedrückt für dieses Forum) es immer noch auf dieser Welt gibt. Es ist wirklich höchste Vorsicht geboten, insbesondere bei solchen Autos mit fragwürdiger Historie. Und es sind meistens immer die, die importiert wurden. Entweder aus England oder USA und die zwar jahrelang im Besitz sind, aber komischerweise nur minimal bewegt wurden und kein Cent reingesteckt wurde. Und es sind leider immer diese Exoten und Klassiker. Vor allem diese zu unnötig sympathisch auftretende Witzbolde mit angeblicher Top Karriere und mit der Story ankommen: "Wir hängen wirklich sehr an dem Auto, wir haben ja so schöne Erinnerung mit den Kindern und meiner Frau. Wir wollen, dass er in gute Hände kommt", aber dann unbequeme Fragen über Historie und Durchsicht ausweichen. Bei solchen Arten heißt es weglaufen ohne nach hinten zu schauen.
Am Ende war ich einfach nur sprachlos und schockiert, nachdem ich im letzten Augenblick der Falle entkommen konnte und jeglichen Kontakt beendet habe. Das sind wirklich äußert gefährliche Angelegenheiten und können im besten fall mit endlosen rechtlichen Prozessen jahrelang enden. Da ich tausend andere Probleme habe, habe ich jeglichen Kontakt mit allen Parteien permanent gelöscht.
Ich wollte diese Erfahrung nochmal kurz teilen, ohne direkte Daten und Angebote zu erwähnen. Es ist wirklich traurig, was für Menschen und Betrugsmaschen man begegnen muss. Egal welche Herkunft oder hoch angesehener Beruf. Genauso muss man sich aber auch von diesen sogenannten "Experten und Spezialisten für BMW M oder AMG Modelle" in Acht nehmen, da diese auf ihrer Art und Weise noch endlose Spiele mit unschuldigen Kunden treiben.