BMW E46 318Ci Coupé VFL (01/2000): MRSZ3 und zweistufiger M-Airbag kompatibel?

  • Hallo zusammen, :thumbsup:

    ich fahre einen BMW E46 318Ci Coupé VFL, Baujahr 01/2000, und möchte auf ein M-Lenkrad mit zweistufigem Fahrerairbag umbauen.

    Aktuell ist das originale Vierspeichenlenkrad mit einstufigem Fahrerairbag verbaut. Mein Airbag-Steuergerät hat folgende Nummern:

    • BMW-Teilenummer: 65 77 6 905 491
    • Bosch-Nummer: 0 285 001 368
    • Bezeichnung: MRSZ3

    Da das MRSZ3-System meines Wissens nach mit zweistufigen Frontairbags arbeitet, bin ich mir unsicher, ob die Kombination bei meinem Fahrzeug tatsächlich passt. Gleichzeitig gab es beim E46 Coupé aus dieser Bauzeit wohl auch einstufige NADI-Airbags.

    Meine Fragen:

    1. Ist das Steuergerät mit der BMW-Teilenummer 65 77 6 905 491 für zweistufige Fahrerairbags ausgelegt?
    2. Kann ich mein zweistufiges M-Lenkrad einfach an dieses Steuergerät anschließen?
    3. Gab es beim E46 Coupé aus diesem Bauzeitraum unterschiedliche Airbag-Systeme, abhängig vom Produktionsdatum?
    4. Hat jemand die Teilenummern anhand des BMW-ETK oder technischer Unterlagen eindeutig zuordnen können?

    Mir geht es darum, vor dem Umbau sicherzustellen, dass Airbag und Steuergerät zusammenpassen.

    Vielen Dank für eure Hilfe!

  • Hallo,


    laut BMW-Unterlagen ist das MRS III für zweistufige Front-Airbags ausgelegt, die Hardware kann es also grundsätzlich. Ob deine konkrete Steuergeräte-Nummer dafür freigegeben ist, würde ich im ETK über die Teilenummer gegenprüfen.


    Der Haken bei Autos aus ca. 09/1999 bis 06/2000: Das Steuergerät ist schon MRS III, der Fahrerairbag war aber oft noch einstufig und das MRS entsprechend codiert. Was bei deinem Auto ab Werk verbaut war, siehst du am sichersten im ETK über die Fahrgestellnummer.


    Für den Umbau würde ich prüfen:

    1. Stecker/Leitung am Schleifring: Sind für die zweite Zündstufe beide Kontakte belegt? Wenn dort Kontakte fehlen, kommt die zweite Stufe gar nicht an.

    2. Das MRS in der Werkstatt (NCS/ISTA) auf zweistufigen Fahrerairbag codieren lassen, danach den Fehlerspeicher lesen und löschen und nach ein paar Zündungswechseln noch einmal kontrollieren.

    3. „Eingesteckt und keine Airbaglampe“ heißt noch nicht, dass die zweite Stufe auch angesteuert wird.


    Bei allen Arbeiten: Batterie ab, ein paar Minuten warten, und nie mit dem Multimeter direkt am Airbag messen.


    Gruß

    GiantParts

  • Hallo Nils,


    danke für die Rückmeldung. Wenn laut ETK ab Werk der einstufige Airbag verbaut war, ist dein MRS auch auf einstufig codiert und der Kabelbaum in der Regel nur für eine Zündstufe ausgelegt.


    Zum Stecker: Bitte nichts ziehen oder umpinnen. Ein einstufiger Airbag braucht nur ein Kontaktpaar, ein zweistufiger zwei Paare (eins pro Stufe). Ob deine 4 Leitungen schon beide Stufen abdecken, siehst du nur mit dem Schaltplan (ISTA/WDS) für dein Baudatum. Fehlen die Leitungen für die zweite Stufe, müssten sie vom MRS bis zum Schleifring nachgerüstet werden, danach das MRS auf zweistufig codieren.


    Einfachere Alternative: ein M-Lenkrad mit dem passenden einstufigen Airbag aus deinem Bauzeitraum. Dann passt alles ohne Kabelbaum- oder Codierarbeiten.


    Wegen der Sicherheit würde ich den Umbau in jedem Fall von einer Werkstatt mit BMW-Diagnose prüfen bzw. machen lassen.


    Gruß

    GiantParts

  • Einfachere Alternative: ein M-Lenkrad mit dem passenden einstufigen Airbag aus deinem Bauzeitraum.

    Das verbaute ist das Sport-Lederlenkrad - ein M-Paket gab es noch nicht für das Coupe und das Aerodynamik-Paket (M-Paket I im Sprachgebrauch) gab es nur für die Limo, da war dann ebenso nur dieses Sportlenkrad als Option mit möglich:


    E46_Sportlenkrad_2000.jpg


    Das M-Paket II mit dem M-Leder-Lenkrad (SA710) und dem zweistufigen Airbag kam erst 12/2000 auf die Optionsliste, das Sportlenkrad mit den 3-Speichen (links, rechts + Doppelspeiche unten) kam mit dem 323CiC ab 04/2000 - allerdings auch nur zweistufig.

  • Danke für die Korrektur, M54B25, das war mir so nicht bekannt. Dann fällt die Alternative mit dem einstufigen Lenkrad für Nils weg.


    Nils, für den zweistufigen M-Airbag bleibt damit: im Schaltplan für dein Baudatum prüfen, welche Leitungen fehlen, die Leitungen für die zweite Zündstufe vom MRS bis zum Schleifring nachrüsten (den Schleifring tauschen, falls er nur eine Stufe führt) und das MRS auf zweistufig codieren. Bei Airbag-Arbeiten würde ich das jemanden machen lassen, der das regelmäßig macht.


    Gruß

    GiantParts

  • Hallo Giantparts und Hallo M54B25,

    Vielen lieben dank für die Rückmeldungen.

    Wo finde ich den Schaltplan für mein Auto?

    Ich würde dann Fotos davon hierein stellen.

    VG
    Nils

  • MRS Versorgung



    Mehrfach-Rückhaltesystem (MRS)

    Screenshot 2026-10-16 093743.png

    Die Mehrfach-Rückhaltesysteme MRS 3 und MRS4 bestehen aus einem Steuergerät, zwei Sensoren zur Erkennung eines Seitenaufpralls, einem Sensor zur Erkennung der Sitzbelegung des Beifahrersitzes und Gasgeneratoren zur Zündung der Airbags.

    Das Mehrfachrückhaltesystem MRS4 ist eine Weiterentwicklung des MRS3 Systems.

    Komponenten

    Steuergerät

    Alle Gasgeneratoren und Sensoren sind mit dem MRS Steuergerät verbunden. Das Steuergerät erfasst die Daten der Sensoren und wertet diese aus. Bei einem Aufprall im Front- oder Seitenbereich entscheidet die interne Steuergerätelogik, ob eine Airbagauslösung erforderlich ist und welche Airbags gegebenenfalls gezündet werden müssen.

    Zur Crasherfassung sind im MRS Steuergerät Beschleunigungsaufnehmer untergebracht, die mit Hilfe von auftretenden Verzögerungswerten die Unfallsituation beurteilen. Bei einem Seitenaufprall werden zusätzlich die externen Seitensensoren (Satelliten) mit bewertet.

    Das MRS Steuergerät überwacht neben sämtlichen Ein- und Ausgängen auch die internen Bauelemente. Mögliche Fehlerzustände werden im Steuergerät nichtflüchtig gespeichert und über die Ausfallwarnleuchte (AWL) dem Fahrer angezeigt.


    Zündkreise

    Das Mehrfach-Rückhaltesystem besteht derzeit - bei maximaler Ausstattung - aus den folgenden 15 Zündkreisen:

    • -

      Fahrerairbag (Stufe 1)

    • -

      Beifahrerairbag (Stufe1)

    • -

      Fahrerairbag (Stufe 2)

    • -

      Beifahrerairbag (Stufe 2)

    • -

      Seitenairbag vorne links

    • -

      Seitenairbag vorne rechts

    • -

      ITS links (ITS = Inflatable Tubular Structure)

    • -

      ITS rechts

    • -

      Seitenairbag hinten links

    • -

      Seitenairbag hinten rechts

    • -

      Kopfairbag hinten links

    • -

      Kopfairbag hinten rechts

    • -

      Gurtstrammer Fahrerseite

    • -

      Gurtstrammer Beifahrerseite

    • -

      Batterietrennung


    Ausfallwarnleuchte (AWL)

    Die Ausfallwarnleuchte zeigt dem Fahrer die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems MRS an.

    Nach dem Einschalten der Zündung startet das MRS Steuergerät einen Selbsttest. In dieser Zeit (ca. 3-5s) leuchtet die Ausfallwarnleuchte (AWL) und erlischt, falls kein Fehler gefunden wurde.

    Erkennt das MRS-Steuergerät während des Tests oder im Fahrbetrieb einen momentan vorhandenen bzw. einen bereits gespeicherten Fehler, leuchtet die AWL dauerhaft.


    Gurtschloßabfrage (nur USA)

    Bei Fahrzeugen mit der Länderversion USA ist eine Gurtschloßabfrage verbaut.

    Über einen Schalter im Gurtschloß erhält das MRS Steuergerät Informationen, ob der Sicherheitsgurt angelegt wurde.

    Mit Hilfe der Gurtschloßabfrage kann das Steuergerät entscheiden, ob die Gurtstrammer bei einem Crash gezündet werden müssen und ob der Airbag mit Stufe 1 (Gurt nicht angelegt) oder Stufe 2 (Gurt angelegt) ausgelöst werden muß.


    Satelliten (Sensoren für Seitenairbags)

    Die Satelliten sind Sensoren, die im Seitenbereich des Fahrzeugs auf den Quertraversen unterhalb des Fahrer- und Beifahrersitzes angebracht sind. Sie sind über eine Datenleitung mit dem MRS Steuergerät verbunden.

    Im Falle eines Seitenaufpralls kann so eine Auslösung sämtlicher Airbags der stoßzugewandten Fahrzeugseite erfolgen.

    Eine Auslösung der Seiten- und Kopfairbags erfolgt jedoch nur, wenn sowohl der Sensor als auch das MRS Steuergerät eine Beschleunigung erkannt haben.


    Sitzbelegungserkennung (SBE)

    Unter der Sitzfläche des Beifahrersitzes befindet sich eine Sitzmatte, die bei Gewichtsbelastung ihren Widerstand verändert. Diese Änderung wertet die Sitzbelegungselektronik aus und ermittelt den Zustand ”Sitz belegt” bzw. ”Sitz nicht belegt”. Das Ergebnis wird dann dem MRS Steuergerät mitgeteilt.

    Entsprechend dieser Informationen kann - im Falle eines Frontalaufpralls - das Steuergerät die Zündkreise für Beifahrerairbag und Gurtstrammer für Beifahrer aktivieren, wenn der Beifahrersitz belegt ist.


    Busanbindung

    Das MRS Steuergerät ist bei allen Baureihen, in denen ein K-Bus vorhanden ist am K-Bus angeschlossen. Für Baureihen ohne K-Bus (Z3 und Z3 Coupé) gibt es eine Ausführung mit Anschluß an den Diagnosebus (TxD-Leitung).

    Über den Bus erfolgt die Diagnose und Codierung.


    Funktion

    Das MRS hat die Aufgabe, mit Hilfe der Sensoren die Art des Aufpralls festzustellen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen werden dann die Informationen ausgewertet, an die entsprechenden Gasgeneratoren weitergeleitet und schließlich die Airbags gezündet.

    Anhand der erfaßten Beschleunigungswerte wird die Größe eines Aufpralls ermittelt und davon abhängig ein oder mehrere Zündkreise gezündet.

    ANMERKUNG: Selbst bei extremen Fahrsituationen darf keine ungewollte Auslösung der Airbags erfolgen.


    Frontairbags

    Die Frontairbags (Fahrer- und Beifahrerairbag) unterstützen die Funktion der Sicherheitsgurte und vermeiden ein Aufschlagen des Kopfes auf das Lenkrad bzw. Armaturenbrett bei einem Frontalaufprall.

    Erkennt das Steuergerät, daß der Beifahrersitz nicht belegt ist, werden der Beifahrerairbag und der Gurtstrammer der Beifahrerseite nicht ausgelöst.

    Für Fahrer und Beifahrer werden 2-stufige Airbags verwendet.

    Abhängig von der erkannten Größe des Aufpralls wird nur die Stufe 1 des Frontairbag oder es werden Stufe 1 und Stufe 2 gezündet. Zwischen dem Zünden der beiden Airbagstufen liegt eine variable Verzögerungszeit, die ebenfalls über die Beschleunigungswerte errechnet wird.

    Bei der Länderversion USA wird zusätzlich unterscheiden, ob die Insassen angegurtet sind. Bei nicht gegurteten Insassen werden die Auslöseschwellen herabgesetzt, so daß die Airbags früher in Stufe 1 und Stufe 1/2 gezündet werden.


    Seitenairbags, ITS vorne, Kopfairbags hinten

    Die Seiten- und Kopfairbags schützen die Insassen bei einem Seitenaufprall. Der Seitenairbag dient vor allem der Abstützung des Körpers im seitlichen Brustbereich. ITS vorne (ITS = Inflatable Tubular Structure) und Kopfairbags hinten vermeiden Verletzungen im Kopf- und Halsbereich.

    Bei allen Seitenairbags, ITS und Kopfairbags hinten werden die linke und die rechte Fahrzeugseite getrennt behandelt.

    Im Falle eines Seitenaufpralls werden alle Seitenairbags, ITS und Kopfairbag der stoßzugewandten Seite gleichzeitig angesteuert.

    Für die Auslösung der Airbags an der Beifahrerseite bei einem Seitencrash gilt:

    • System MRS3, Lieferant Temic: Die Auslösung der Airbags (Seitenairbag, ITS, Kopfairbag) erfolgt unabhängig von der Sitzbelegung des Beifahrersitzes.
    • System MRS3, Lieferant Bosch und MRS4: Bei nicht belegtem Beifahrersitz erfolgt keine Auslösung des Seitenairbags.


    Gurtstrammer

    Der Gurtstrammer sorgt dafür, daß bei einer Kollision der Sicherheitsgurt deutlich fester anliegt und den Körper sicher im Sitz hält. In Sekundenbruchteilen wird das Gurtschloß mit Hilfe von Gasdruck zurückgezogen, Schulter- und Beckengurt werden dadurch gleichzeitig gestrafft. So wird ein Durchrutschen unter dem Beckengurt weitgehend vermieden.

    Die Auslösung der Gurtstrammer erfolgt sowohl bei einem Front-, als auch bei einem Heckcrash, wenn die Auslöseschwelle für die Gurtstrammerzündung überschritten wurde.


    Sicherheitsbatterieklemme (Batterietrennung)

    Zur Reduzierung der Brandgefahr bei einem Frontalaufprall wird mit der Airbag-Auslösung auch der Zündkreis Batterietrennung angesteuert.

    Dabei trennt ein eigener Gasgenerator (Sicherheitsbatterieklemme) die Hochstrom-Leitung (Klemme 30) von der Batterie zum Anlasser/Generator auf.

    E46 4-ZylindermodelleLinkslenker

    Da keine erhöhte Brandgefahr festzustellen ist, wenn die Batterie im Motorraum verbaut ist, entfällt die Sicherheitsbatterieklemme ab März 2002 (03/2002) bei allen E46 Linkslenker-Modellen mit 4-Zylindermotoren.


    Das MRS in der Werkstatt


    VORSICHT!

    Alle Arbeiten am Airbag dürfen nur bei abgeklemmter Batterie durchgeführt werden!

    Steuergerät, Sensoren und Gasgeneratoren nur bei abgeklemmter Batterie an- und abstecken!

    Das MRS Steuergerät enthält fahrzeugspezifische Daten und muß vor der Inbetriebnahme codiert werden!

    Das Entfernen und der Einbau in anderen Fahrzeugen ist verboten!