Meine Sorge ist halt, dass du uns den Verbrenner halt irgendwann für den normalen Straßengebrauch komplett verbieten und dann sitze ich, mit meinem einzigen, nun nicht mehr "erlaubten" Auto/Geldgrab da, welches dann auch keiner mehr kaufen möchte und muss mir irgendwas holen, worin ich mich dann am liebsten drin aufhängen möchte
Da solche Aussagen zum Verbot von Verbrennern jetzt schon öfter kamen, möchte ich einfach mal ein paar Zahlen und Gedanken dazu in den Raum werfen:
- Der aktuelle Fahrzeugbestand in Deutschland zum 01.01.2021 betrug ca. 48 Mio. PKWs. Davon sind gerade mal 309T BEVs, das entspricht aktuell 0,64% des Gesamtbestandes.
- Der Koaliationsvertrag sieht vor bis zum Jahre 2030 (also in 10 Jahren) 15 Mio BEVs neu zuzulassen, ergo 1,5 Mio BEVs jährlich neu
- Aktuell werden pro Jahr ca. 3 Mio PKWs in Deutschland neu zugelassen (aber nur ca. 900.000 stillgelegt)
- Mit einer Gleichverteilung an BEV Neuzulassungen müssten damit ab dem nächsten Jahr 1,5 Mio BEVs jährlich neu zugelassen werden - und natürlich auch 1,5 Mio Verbrenner stillgelegt werden damit das überhaupt Sinn macht, die Verbrenner von den Straßen zu verbannen.
- Jedoch ausgehend von den aktuellen BEV Zulassungszahlen ist dies illusorisch, ein stetiges jährliches Wachstum wäre nötig, dazu folgende Berechnung:
- von Januar bis November 2021 wurden bisher 307T BEVs zugelassen
- bei angenommenen 340T BEVs in 2021 bräuchte es schon jährlich eine Steigerungsrate von 27,5% um in 2030 auf die ca. 3 Mio BEVs zu kommen
- aber auch dann sind das nur ca.12,8 Mio BEV an Gesamtbestand in 2030 (BEV Stillegungen über die 10 Jahre mal außen vor gelassen)
- Und selbst wenn Punkt 4) so eintreffen würde (Konjunktiv, weil die PKW Hersteller gar nicht diese Mengen an bezahlbaren (!!!) BEV Neufahrzeugen in der Kürze der Zeit liefern könnten) dann würden immer noch 36 bis 38 Mio Verbrenner PKWs in Deutschland im Jahre 2030 rumfahren.
- Annahme dieser Berechnung ist, dass der Fahrzeugbestand nicht mehr so stark wachsen würde also in 2030 nur ca. 50 Mio Gesamt-PKWs zugelassen sind und davon ca. 13 Mio BEVs wären.
- Um das ehrgeiziges Ziel der Regierung von 15 Mio BEVs in 2030 zu schaffen, wäre eine jährliche Steigerungsrate von 30,5% BEVs notwendig.
- Dieses Wachstum geht dann allerdings weit über die seit Jahren recht stabilen 3 Mio neuen PKWs hinaus, das Wachstum müsste also noch früher noch deutlicher zulegen, was angesichts der aktuellen Preise von BEVs und den Produktionskapazitäten zumindest die nächsten 3 bis 4 Jahre nicht realisitisch erscheint.
Fazit: Viel wilde Zahlen und viel Konjunktiv um ein maßlos übertriebenes Ziel zu erreichen bei gleichzeitiger völliger Planlosigkeit, wie mit dem weiterhin vorhandenen Verbrenner-PKW Bestand umzugehen ist. Persönlich gehe ich davon aus, das die Frage nach Ersatzkraftstoffen sich noch schneller entwickeln wird als es bisher vorherzusehen ist, da ja weltweit ca. 1 Mrd. (!!!) Verbrenner-Fahrzeuge unterwegs sind - und die kann die liebe Steffi nun nicht wirklich weltweit verbieten!
Wie sollten denn Verbrenner-Verbote aussehen? Geht ja fast nur anhand von Euro-Normen aber auch das ist nicht wirklich möglich, Stichwort Bestandsschutz. Da helfen nur ausgedehnte Verbotszonen (z.B. Autobahnen?!?) oder Steuererhöhungen, um den Besitzern das Fahren so unattraktiv wie möglich zu machen.
Oder es kommt dann wieder so eine Verbrenner-Abwrack-E-Kaufprämie, wenn die Regierung mal in 2 Jahren vielleicht so wie ich Excel anwirft und feststellt, das die 15 Mio BEVs nicht so schnell zu erreichen sind. Das ist dann sicherlich für die dann noch Daily genutzten E46 gefährlich - die Liebhaber-Wagen werden kaum betroffen sein - oder für wie viel Geld würdet ihr eure geliebten 330/325/320-Ci/Limos/Tourings unter die Presse stellen?
Hier mal das jährliche Auframpen von BEV Zulassungen und den Gesamtsummen der BEVs
Und hier die KBA-Bestandsstatistik zum 01.01.2021 mit den Historischen Daten :