Zitat von »david69«
Öl braucht mindestens doppelt so lang.. (circa)
Dem würde ich schonmal generell widersprechen. Aber darüber kann man sich sicher im Detail dann streiten. Hängt auch wieder von allen möglichen Faktoren ab.
Das hängt physikalisch betrachtet von ziemlich genau zwei Faktoren ab:
1) Menge des zu erwärmenden Stoffes
2) die Spezifische Wärmekapazität des jeweiligen Stoffes in kJ / (kg K) = dies entspricht der Energiemenge die für 1kg des Stoffes benötigt wird, um die Temperatur um ein Kelvin zu ändern
Zu 1) Beim Kühlkreislauf wird ja bei geschlossenem Thermostat nur ein kleiner Kreislauf verwendet, da müsste man jetzt mal die Menge des darin befindlichen Wassers ermitteln, insgesamt sind es ca. 8,4L. Beim Motoröl ist es hingegen immer die gesamte im System befindliche Menge, beim R6 also ca. 6L
Zu 2) Wasser hat eine Spezifische Wärmekapazität von 4,18 und Öl (hier Maschinenöl) von ca. 1,67
Demzufolge sollte sich Öl also schneller erwärmen und auch schneller abkühlen, da weniger Enerige zum Temperaturübergang gebraucht wird. Allerdings ist die Frage ja wie viel Wasser und wie viel Öl erwärmt werden soll entscheidend, vgl. 1). Dann ist jedoch zu bedenken, dass das Wasser ja direkt zum Kühlen und Öl eher indirekt zum Schmieren gebraucht wird, also der Wärmeübergang vom Motor zur jeweiligen Flüssigkeit anders verläuft - das erklärt dann auch die Anomalie das Öl länger die Temperatur behält als Wasser, obwohl der Wärmekapazität geringer ist.
Hoffe das hat euch jetzt nicht noch mehr verwirrt, aber unsere Welt basiert nunmal auf anerkannten physikalischen Gesetzmäßigkeiten, da kommt auch ein Fahrzeugingenieur nicht dran vorbei und muss das bei der Konstruktion berücksichtigen, siehe kleiner Kreislauf beim Kühlwasser.