Aber die Politik und die Medien sind es nicht. Dass sieht man sehr gut beim Thema Corona, aber auch anderen Themen.
Wie kommst Du darauf? Die Medien und Wissenschaft sind selbstverständlich offen für Meinungen. Was Du als "Meinungskorridor" bezeichnest, ist in Wirklichkeit die kleinste gemeinsame Wirklichkeit. Wenn Du der Meinung bist, die Erde ist flach oder der Klimawandel ist nicht menschengemacht, dann widerspricht das einfach der gängigen, wissenschaftlichen Erkenntnis. Wenn sich also 99 Prozent der Wissenschaftler einig sind, dann müssen wir das doch als Basis, als Fakt annehmen und nicht den einen Clown zu Wort kommen lassen, der das ganz anders sieht - und dessen Meinung als gleichwertig ansehen. Denn das verunsichert nur, weil man letztlich alles in Frage stellt. Ist das Luft, die ich atme? Was wenn Chemtrails existieren? Was wenn morgen die Dinosaurier wieder lebendig werden? Man kann jede abstruse These wissenschaftlich verpacken. Aber deswegen verdient sie es nicht, gehört zu werden und die Menschen zu verunsichern und vom Wesentlichen abzulenken. Sonst kannst Du Dir Deine Welt wie Pipi Langstrumpf ausdenken. Man findet schließlich für jede bekloppte These auch einen "Wissenschaftler", der sich damit ins Rampenlicht stellen will.
Edit:
Zum Thema Mobilität: Bei Themen wie Wasserstoff und eFuels spricht man unweigerlich von Prototypen, Versuchsträgern und Co. Es gibt aber seit Jahrzehnten erprobte Technik, die sauberer ist als Benzin und Diesel, die aber keiner will, nämlich LPG und CNG. Der Schadstoffausstoß ist viel geringer, die laufenden Kosten ebenso - und dennoch ist "Gas" in der Nische. Das ist das Henne-Ei-Problem, eben mit Fahrzeugen und Tankstellen. Und das ist ein schönes Beispiel, was passiert, wenn die Politik den Markt mal machen lässt. Die Hersteller haben keine Lust auf "exotische" Fahrzeuge und bieten nichts (zB BMW) bis wenig (zB VW) an - entsprechend kommen keine Tankstellen.
Soll heißen: Einiges an der Kritik an E-Autos ist ja durchaus berechtigt (Größe, Gewicht, teils auch die Rohstoffe) - aber immerhin gibt und gab es ein klares Bekenntnis der Politik und die Hersteller konnten sich darauf verlassen und entsprechend planen, entwickeln und bauen. Und wer weiß, vielleicht gibt es in 10 Jahren noch eine viel bessere Technik, an die heute keiner denkt und wir ärgern uns, dass man für viel Geld Ladeinfrastruktur geschaffen hat. Aber in der Hoffnung auf eine Besserung in der Zukunft muss man heute Entscheidungen treffen, sonst passiert gar nix.