Hallo zusammen,
es geht um einen 320i (M54, 2,2 Liter mit Automatikgetriebe). Vor ca. 1 Jahr (ca. 5.000 km) habe ich die Ventildeckeldichtung in einer freien Werkstatt erneuern lassen. Es gab damals die typischen Symptome (Geruch nach verbranntem Öl, Ölflecke am Boden, Öl auf dem Hitzeschutzblech über dem Krümmer). Die Dichtung war ca. 12 Jahre alt bzw. etwa 150.000 km, also normaler Verschleiß.
Die Ersatzdichtung (Marke „Elring“, neu und original verpackt in der Vakuumverpackung) hatte ich zur Werkstatt mitgebracht, ebenso die 15 Dichtringe für die Ventildeckel-Schrauben.
Kürzlich, nach gerade einmal etwa 5.000 km und ca. 1 Jahr nach Einbau der VDD, musste ich erneuten Geruch nach verbranntem Öl sowie Ölflecke auf dem Boden feststellen. Es war auch deutlich Öl im Bereich der Ventildeckel-Schraube vorn rechts (wenn man vorm KFZ steht) zu sehen, also in dem Bereich wo sich der Anschluss der KGE befindet. Was mich gewundert hat ist, dass auf den Hitzeschutzblechen über dem Krümmer diesmal kein Öl vorzufinden war, aber es trotzdem nach verbranntem Öl durch die Lüftung riecht.
Die KGE scheint einwandfrei zu funktionieren. Bei abgenommenem Öl-Einfülldeckel war kein Überdruck oder Geräusche festzustellen sondern ein leichter Unterdruck so wie es sein soll. Die KGE wurde bereits vor ein paar Jahren durch eine in Kaltland-Ausführung (mit Isolierung) ersetzt.
Der Motor startet einwandfei, auch während der Fahrt sind keine Auffälligkeiten festzustellen. Nur hin und wieder leichte Drehzahlschwankungen im Stand.
Woran kann es liegen, dass die VDD nach so kurzer Zeit schon wieder undicht ist? Und warum steht Öl auf der Ventildeckel-Schraube vorn rechts? Hat das jemand von euch schon gehabt und kann was zur Ursache sagen?
Meine Vermutung geht ja in Richtung fehlerhaften Einbaus bzw. sogar eines verzogenen Ventildeckels durch zu festes Anziehen der Schrauben, aber hätte dann die Undichtigkeit nicht schon viel zeitiger auftreten müssen? Und warum riecht es nach verbranntem Öl, wenn auf dem Hitzeschutzblech kein Öl vorzufinden ist?
Ich war zumindest jetzt in der Werkstatt und habe den Inhaber gebeten da im Rahmen der Gewährleistung nachzubessern. Dieser wurde direkt pampig und meinte, dass es an der mitgebrachten VDD liegen würde. Ohne auch nur einen Blick drauf zu werfen hieß es direkt, dass ich den Fall gern vor Gericht austragen könne. Nicht gerade die feine Art gegenüber dem Kunden mit Gewährleistungsanspruch zumal ja innerhalb der ersten 12 Monate die Werkstatt beweispflichtig ist, dass kein Einbaufehler vorliegt. Auf meinen Einwand, dass eine neue VDD eigentlich 100-150.000 km halten sollte meinte der Werkstattinhaber, dass er auch schon Ventildeckeldichtungen hatte, die nach weniger als 5.000 km nach Einbau schon undicht geworden wären.
Er wollte sich der Sache nun annehmen, meinte aber direkt, dass er die Arbeitsleistung in Rechnung stellen würde weil es nach seiner Ansicht an der mitgebrachten VDD liegt und nicht an seiner Montage. Er wollte da wohl mit einem speziellen Silikon nachdichten (ist das fachgerecht?).
Wie würdet ihr hier weiter vorgehen?
Kann es tatsächlich sein, dass eine neue (!) und originalverpackte VDD von einem namenhaften Hersteller nach so kurzer Zeit undicht wird?
Kleine Anmerkung: ich habe das KFZ nach Erneuerung der VDD öfter mal als Zugfahrzeug eines 1,5 t schweren Wohnwagens auf Langstrecke genutzt, der Motor hatte demnach also öfter mal höhere Drehzahlen auf der Autobahn bzw. bei Steigungen gesehen. Darüber hinaus, also ohne Wohnwagenbetrieb, war das KFZ eher im Kurzstreckeneinsatz unterwegs. Es ist zudem seit 2007 eine Vialle-Autogas-Anlage verbaut, die jedoch keine Probleme bereitet. Diese Info nur als Zusatz, aber ich gehe mal nicht davon aus, dass das Auswirkungen auf die Lebensdauer der VDD hat, zumal die vorherige Dichtung ja auch 12 Jahre/ 150Tkm gehalten hat. Letzter Ölwechsel war ca. 6 Monate nach Einbau der VDD mit 5W40.
Vielen Dank für hilfreiche Antworten.