Sporadische Batterieentladung

  • Guten Tag, ich melde mich mit einem alten bekannten, leider wiedergekehrtem, Problem. Vor ein paar Tagen habe ich mein Kombiinstrument aus und wieder eingebaut. Dabei war die Batterie noch angeschlossen. Dieses habe ich auseinandergenommen um silberne Tachoringe einzubauen.

    Als erstes habe ich vor zwei Tagen bemerkt, dass die Batterielampe beim anmachen der Zündung minimal nach der Öllampe angeht. Beim starten gehen diese dann gleichzeitig aus. Gestern hat es beim einlegen der Zündung ein leises Geräusch (wie ein Knall aber sehr leise) gegeben und mein Kombiinstrument meinte mein Licht vorne wäre defekt (hat funktioniert). Die Lampe ist kurz danach wieder ausgegangen. Heute Morgen war dann die Batterie leer.

    Das entladen der Batterie (nach <6h auf 3,xxV) hatte ich bereits Anfang des Jahres immer wieder sporadisch. Lösung war dort der Tausch des Kombiinstruments (zumindest bis jetzt) da die Platine von diesem verschmorte Leiterbahnen hatte.

    Ich gehe davon aus, dass es leider wieder in diese Richtung geht. Jetzt aber zu meiner Frage: Was sagt ihr dazu und hatte jemand schonmal ähnliche Probleme? Kann man beim Ein- und Ausbau des Kombiinstruments etwas falsch machen?

    Ich freue mich über jede Hilfe.

    VG Roman

  • Hallo,


    wenn nach Aus-/Einbau des Kombis (Batterie blieb dran) die Batteriekontrollleuchte komisch reagiert, kurz „Beleuchtungsfehler“ kommt und die Batterie über Nacht auf ~3 V geht, passt das sehr gut zu einem wieder defekten Kombiinstrument bzw. einer gestörten I-Bus-Kommunikation.


    Beim E46 ist das Kombi oft der Gateway-Knoten. Wenn es nach dem Eingriff (Ringe, Stecker, Spannungsspitzen) erneut streikt, zieht es gern den Bus und damit die Batterie leer – genau das Bild hattest du schon einmal mit durchgebrannten Leiterbahnen.


    Sinnvoller Ablauf:


    1. Ruhestrom nach 20–30 Min messen (Ziel grob <50 mA). Wenn hoch: Kombi-Stecker ziehen und nochmal messen. Fällt der Strom stark → Kombi bzw. dessen Versorgung.

    2. K-Bus/I-Bus am Kombi und GM prüfen (Spannung, Kurzschluss gegen Masse/Plus).

    3. Stecker am Kombi auf verbogene Pins / Feuchtigkeit checken – beim Nachrüsten der Ringe passiert das leicht.

    4. Wenn das Kombi wieder tot oder busstörend ist: gebrauchtes Kombi nur mit passender Teilenummer/Ausstattung; Anpassung/Codierung übernimmt eine Werkstatt (wir codieren Module nicht).


    Gruß

    GiantParts

  • Danke für die Antwort, habe das Kombi mal ausgelesen und ich habe tatsächlich einen Fehler des K-Bus gegen Masse. Jetzt ist nur die Frage, warum mein Kombiinstrument erneut abgeraucht ist

  • Hallo Roman,

    gut, dass du ausgelesen hast. Ein Fehler „K-Bus gegen Masse“ heißt aber noch nicht, dass das Kombi selbst wieder kaputt ist. Das Kombi meldet nur, dass die K-Bus-Leitung auf Masse gezogen wird. Die Ursache kann im Kombi liegen, aber genauso in der Leitung oder in einem anderen Steuergerät am K-Bus, zum Beispiel Lichtschaltzentrum, GM, IHKA oder Radio (je nach Ausstattung). Dazu passt auch die falsche Meldung „Licht vorne defekt“: Wenn der Bus gestört ist, kommen solche Meldungen gern durcheinander.

    Warum es gerade nach dem Ringe-Einbau wieder passiert ist, dafür sehe ich drei typische Möglichkeiten:
    1. Eine Leitung hinter dem Kombi wurde beim Wiedereinbau eingeklemmt oder durchgescheuert. Das wäre direkt ein Kurzschluss gegen Masse.
    2. Das Kombi wurde mit angeschlossener Batterie aus- und eingesteckt, oder die Platine hat beim Zerlegen etwas abbekommen (statische Entladung, Druck beim Abziehen der Zeiger).
    3. Es gibt eine Ursache außerhalb des Kombis, die schon beim ersten Mal da war (Leitung oder anderes Steuergerät). Dann hat der Kombitausch das Problem nur eine Zeit lang verdeckt. Dass schon das alte Kombi verschmorte Leiterbahnen hatte, spricht eher für diese Variante.

    So würde ich es eingrenzen:
    1. Zündung an und mit dem Multimeter die Spannung auf der K-Bus-Leitung gegen Masse messen, an einem gut erreichbaren Stecker eines K-Bus-Geräts (Pin und Leitungsfarbe aus dem Schaltplan, ISTA oder WDS). Im Normalfall liegt sie grob auf Bordspannung und flackert leicht durch den Datenverkehr. Liegt sie bei 0 V, ist der Kurzschluss gerade aktiv.
    2. Dann die K-Bus-Geräte nacheinander abstecken und jedes Mal neu messen. Springt die Spannung nach einem Gerät wieder hoch, hast du den Verursacher.
    3. Bleibt sie unten, egal was abgesteckt ist: Batterie ab, alle K-Bus-Geräte abstecken und den Widerstand der Leitung gegen Masse messen. Fast 0 Ohm heißt Kurzschluss in der Leitung selbst. Als Erstes den Kabelstrang hinter dem Kombi auf Quetsch- oder Scheuerstellen ansehen.

    Stecker nur bei abgeklemmter Batterie ziehen und stecken, danach wieder anklemmen und messen. Ein anderes Kombi würde ich erst einbauen, wenn die Leitung keinen Masseschluss mehr hat. Sonst kann es dem nächsten genauso gehen.

    Gruß
    GiantParts