Bei 100tkm nach 5 Jahren 86% der Ursprungskapazität mit eher exponentieller Verlustkurve? Nach 10 Jahren dann eher schon bei max. 60% und nach 20 Jahren noch knapp im zweistelligen Bereich?
Also wo ein i3 wirklich nach zehn Jahren liegt muss man erst mal sehen. 60 Prozent halte ich für sehr kritisch angesetzt. Und nach 20 Jahren wärst Du mit Deiner Rechnung bei 400.000 km, das schaffen doch nur die wenigsten Verbrenner. Zumal wir hier von einem der ersten Exemplare (im Test von 2014) sprechen.
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Nachhaltigkeit sieht anders aus - und Agrumente für einen vernünftigen Gebrauchtwagenpreis ebenso.
Die Nachhaltigkeit ist bei 400.000km aus Deinem Beispiel aber doch geben, würde ich mal behaupten. Außerdem erhalten Akkuzellen, die im Auto nicht mehr ausreichend sind, meistens ein zweites Leben, etwa um Solarenergie vom eigenen Dach lokal speichern zu können. Und wenn die Akkus mal komplett hinüber sind, kann man sie recyclen, dabei kann man schon heute über 50 Prozent der Rohstoffe zurückgewinnen, in Zukunft sicher noch deutlich mehr. Die hohen Preise für die Zellen sorgen dafür, dass der Markt für eine Zweitverwertung und zuletzt Recyling auch wächst. Da entstehen dann übrigens auch wieder Arbeitsplätze und Know How.
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aber die Chemie der Batteriezellen hat keinen solchen Sprung gemacht, dass die Zukunft rosiger aussehen könnte.
Also so wie ich das verstehe, macht die Akkuentwicklung derzeit sogar sehr große Sprünge. Dabei geht es um höhere Energiedichte, mehr Ladezyklen, schnelleres Laden und Verzicht auf selten Erden und weitere kostspielige und umweltschädliche Rohstoffe.
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Und da die Hersteller bei den E-Autos noch mehr auf die Marge achten müssen, sind (teure) Akku-Wechselkonzepte aktuell extrem selten.
Ich glaube ehrlicherweise, dass das nicht die Lösung sein wird. Schon in wenigen Jahren dürften E-Autos günstiger sein als Verbrenner, eben weil die Batterietechnik große Fortschritte macht. Gleichzeitig werden die Hersteller das Angebot auf Seiten der Verbrenner reduzieren und die Kunden werden das nutzen, weil der Strom (angeblich) günstiger und die Spritpreise teurer werden. Entsprechend wird man Autos mit kleinen bis mittleren Akkus kaufen, die jedoch deutlich schneller geladen werden können als heute. Die Größenordnung 20-80 Prozent SoC in etwa 15 Minuten dürfte im Lastenheft stehen.
Für Young- und Oldtimer wird es vermutlich (halbwegs) bezahlbare Umrüstkits geben, um auch diese elektrisch bewegen zu können. Aber die Sorge, dass die Akkus nach wenigen Jahren die Grätsche machen, ist wie gesagt wohl eher unbegründet.
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Das alles führt mich zu meiner obigen Aussage bzgl. des Gebrauchtwagenmarktes. Das 20 Jahre alte Z3-Coupe stellst du heute zum Verkauf ein und hast Morgen das Geld in der Tasche - ob es überhaupt mal ein i3 auf 20 Jahre Lebensdauer bringt, möchte ich stark bezweifeln.
Ja, da wird auch was dran sein. Aber ganz fair ist der Vergleich eines Z3 mit einem heutigen Elektro-(Brot und Butter)-Wagen nicht. Dann müsste man das sportliche QP mit einem Fahrzeug seiner Klasse vergleichen. Ein 20 Jahre alter Golf ist heute auch nichts mehr wert, wenn er nicht gut gepflegt wurde.