Valvetronic 318 oder was anderes?

  • Hallo zusammen,


    läuft die Valvetronic schon im Kaltlauf mit oder nicht? Ich finde im Internet und auch hier im Forum viel zum Thema Valvetronic bzw. der Exzenterwelle, aber nicht immer mit den gleichen Symptomen.


    Hintergrund: mein 2004er 318 (N42?) ruckelt häufig beim Beschleunigen ab Leerlauf bis etwa 2-3 Tausend U/min, allerdings nur bei warmem Motor. Kaltlauf oder hohe Drehzahlen bei warmem Motor gehen einwandfrei. Ziehe ich den Stecker vom Exzenterwellensensor ab, läuft der Motor sauber, aber mit gefühlt weniger Druck untenrum. Gleiches erlebe ich, wenn ich den Stecker vom MAP-Sensor ("Differenzdrucksensor") abziehe. Ich vermute, dass der Motor in beiden Fällen im Notprogramm läuft. Hier im Forum findet man ja viel zur Valvetronic, passt das dazu oder nicht?


    Fehlerspeicher war leer, MAP-Sensor, Drosselklappe und LMM kann ich schon ausschließen, Falschluft ebenfalls. Zünd- und Kraftstoffsystem ebenfalls, weil das Ding im Notlauf ja tadellos läuft.


    Danke für Eure Ideen!

  • Beim warmen Motor könnte auch ein sterbender Kurbelwellen Sensor sein. Oder Falschluft oder Zündspulen oder billige Ersatzteile.

    Wurde etwas gemacht am Auto bevor das auftrat oder paar Wochen zuvor?

  • Ja, wie schon geschrieben, kann eine Menge ausgeschlossen werden: Falschluft, weil mit Nebel abgedrückt. Zündung/Kraftstoff, weil einiges schon getauscht und im Notlauf alles 1a funktioniert. MAP und LMM und DK weil getauscht, Vanos-Einsteller, weil die im Fehlerspeicher standen und nach Reinigung nicht mehr drinstehen.


    Gestern nochmal: Fehlerspeicher geleert (stand wegen Steckerabzieherei einiges drin), Fehler provoziert (2 min Fahrt), Fehlerspeicher ausgelesen: leer.


    Das Auto wurde nach jahrelangem Rumstehen wieder in Betrieb genommen mit allem, was dazu gehört. ASU einwandfrei, Wartungshistorie unbekannt, 180tkm.


    Läuft die Valvetronic auch nach Kaltstart schon? Ich würde die gerne ausschließen, d.h. den Stellmotor, den Sensor und die Exzenterwelle. Der Motor läuft ja kalt auch tadellos, erst mit Betriebstemperatur kommt die Ruckelei und die auch nur bis 2000, seltener bis 3000 U/min.

  • MAP und LLM getauscht. Vermutlich gegen billige Teile von Hella?

    Oder hast du original BMW Sensoren verbaut?

    Bei mir war's ein Kurbelwellen Sensor der im sterben lag. Bitte nur Original BMW kaufen.

    Hast niemand im bekannten Kreis mit einem BMW 4 Zylinder aus dem gleichen Jahr zum Teile quertauschen?

  • MAP gegen einen anderen gebrauchten originalen und einen neuen No-Name - mit allen dreien das gleiche Fehlerbild. LMM gegen einen originalen vom Verwerter - kein Unterschied.


    Weiß jemand, ob die Ventilsteuerung per Valvetronic schon im Kaltlauf aktiv ist? Dann würde ich diese ausschließen.

  • Weiß jemand, ob die Ventilsteuerung per Valvetronic schon im Kaltlauf aktiv ist?

    Nein ist sie nicht, da läuft er über die Drosselklappe.

    Von der Symptomatik her sieht das sehr nach Valvetronic aus.

    Ich würde mal den Ventildeckel abschrauben und nach eingelaufene Stellen suchen.

  • Hm ok, das Fass will ich eigentlich nicht aufmachen. Aber dennoch schonmal Danke für die Antworten.


    Mal noch zum Verständnis: wenn ich das richtig verstehe, entstehen auf der Welle kleine Materialausbrüche. Warum bleiben die elektronisch unbemerkt?

    Hier mein Gedankengang:

    Ich gebe z.B. 60% Gas. Das STG würde nun entsprechend 60% Einlassventilöffnung anstreben und daher den Stellmotor um X drehen wollen. Wenn nun wegen der verschlissenen Stellen die Exzenterwelle gegen die Zwischenstücke hakeln würde, dann könnte doch der Stellmotor die Welle nicht in die anvisierte Stellung drehen, d.h. das müsste vom Exzenterwellensensor erkannt werden. Und wir reden ja hier auch nicht von einem halben Grad "Drosselklappen"-Winkel, sondern wenn ich beim Anfahren nicht aus dem Quark komme, dann kann ich bis fast Vollgas geben, ohne das sich was ändert. Also müsste doch das Steuergerät den Stellmotor sehr weit verstellen wollen und wenn dann die Welle hakelt, warum erkennt das der Sensor nicht? Und wenn der Sensor im Arsch wäre, warum steht das dann nicht im Fehlerspeicher?


    Ich kann mir da keinen Reim drauf machen, zuviel Unbekanntes.

  • Wenn du das Problem hättest dass die Exzenterwelle fest ist, dann wäre es für das Steuergerät erfassbar, weil es die gewünschte Position nicht erreichen würde.

    Bei einer verschlissenen Welle wird die Stellung aber erreicht, der Ventilhub ist aber nicht mehr ausreichend.

    Mit der Zeit wird das zu Fehlzündungen führen, was dann auch erkannt wird.

    Nur die Interpretation durch einen unkundigen Schrauber führt dann meist zu einem Tausch der Kerzen und Spulen, was natürlich nichts bringt.

    Ist dann der gleiche Weg wie bei einer gelängten Kette, wo dann erst mal die NMS gewechselt werden.

    Daher einfach mal aufschrauben und die Augen statt den Rechner benutzen.

  • Ich verstehe Dich schon mit dem Argument "einfach mal aufschrauben", aber ich brauche ja auch das Vertrauen, dass eine folgende, ziemlich aufwändige, Reparatur das Problem beheben würde.


    Naja, und der Fehlerspeicher ist ja leer. Also werden offenbar keine Fehlzündungen erkannt. Zudem: das Hängen und Würgen tritt nicht immer in gleicher Schwere auf. Das würde ich aber erwarten, wenn Nocken oder andere Teile abgeschliffen / eingelaufen sind. Die Ungleichmäßigkeit wiederum hat mich auf den Gedanken der Klemmerei bzw. Hakens gebracht. Nach wie vor seltsam für mich.

  • Mal noch zum Verständnis: wenn ich das richtig verstehe, entstehen auf der Welle kleine Materialausbrüche.

    Keine Ahnung wo du das gelesen hast aber es ist ein Materialverschleiß der Welle - diese wird schlicht im gesamten Umfang kleiner. Ursache ist i.d.R. die unsäglichen Longlife-Ölwechselintervalle die aus- und z.T. von den Erst-/Vorbesitzern überreizt wurden - oder in deren Sprachgebrauch "BMW Scheckheftgepflegte" 25Tkm bis 30Tkm Wechselintervalle. Das Öl hat die Aufgabe Materialabrieb im gesamten Motor aufzunehmen und dieser Dreck kommt natürlich dann auch an die Welle, wo er wie Schmirgelpapier wirkt.


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    Das ist ähnlich zu den M10 Triebwerke bei BMW oder anderen Herstellen mit derartigen Bauernmotoren, wo die Nockenwellen einlaufen, dadurch die Ventile nicht mehr weit genug öffnen und der Motor obenrum keine Leistung mehr hat. Beim N42/N46 ist es diffiziler, weil die ja auf Magermix und Minimierung des Kraftstoffverbrauchs ausgelegt wurden - also genau in dem Bereich in dem der Fehler am deutlichsten bemerkbar wird, weil diese micrometer-genaue Steuerung nicht mehr möglich ist.




    Und wenn der Sensor im Arsch wäre, warum steht das dann nicht im Fehlerspeicher?

    Weil das um die Jahrtausenwende bei BMW noch nicht üblich war, dass die Sensoren sich selbst überwachen. Rein aus Datentechnischer Sicht müsstest du dazu mindestens noch einen zweiten oder dritten Sensor/Überwachungssensor haben, der den ersten überprüft - das ist zu dem Zeitpunkt eher NASA Technik aber nicht BMW@2000er Stand.


    Zudem arbeiten die Sensoren ja auch irgendwie - aber nicht so präzise, wie das BMW StG sich das wünschen würde - die Billig-/Non-OEM Sensor Thematik beim E46 und den 2000er BMW Baureihen: kann laufen, muss aber nicht und i.d.R. wird auch nicht.