Beiträge von thomas73

    Der e30 ist kein hässliches Auto und hat berechtigt seine Fans. Allerdings gehören die auch zu einer (leider) aussterbenden Art. Das Auto ist innen einfach zu klein, wirkt vom Interieur auch zunehmend altbacken und hat eigentlich nur zwei empfehlenswerte Motoren, die heutzutage noch so etwas wie Fahrspaß vermitteln - der 2,5er und der M-Motor.

    Der e46 kann alles besser und ist damit auch meine erste Wahl gewesen, nachdem ich auch schöne e36 hatte. Ich weine den älteren Modellen keine Träne nach, was ich mir noch vor einem Jahr nicht hätte vorstellen können. Ich schaue mir die älteren Modelle nach wie vor gerne an, aber der Haben-Wollen-Effekt geht nunmehr gegen 0.

    Damit hat sich auch mein Blick auf die Preise solcher Alt-Baureihen verschoben. Wunschpreis und Leistung stehen aus meiner Sicht in keinem Verhältnis. Man honoriert eigentlich nur, dass es dem Vorbesitzer gelungen ist, den Wagen mehr oder weniger gut über die Jahre zu retten. Wer pragmatischer an die Sache ran geht, was in Zeiten sinkenden Spielgelds bei immer mehr Youngtimer-Freunden der Fall ist, ist nicht mehr bereit überzogene Preise zu zahlen und glaubt auch nicht an weitere Zuwächse.

    Wirtschaftlichkeit: Wenn ich deine Investitionen sehe, kommt mir das ein Stück weit bekannt vor. Nur das ich diese nicht mehr in die eventuell bald fällige Steuerkette einer Mercedes-C-Klasse getätigt habe, sondern dafür ein E-Auto für zunächst 120,- und dann 165,-/Monat für die Alltagsstrecken geleast habe. Das Ding ist auf dem aktuellsten Sicherheitsstand, hat eine sehr gute Ausstattung, bereitet mir keinerlei Bauchschmerzen wenn Salz auf der Straße liegt, spult entspannt die üblichen Alltagsstrecken ab und wird demnächst wieder getauscht.

    Einen "Klassiker" in gutem oder sehr gutem Zustand mit Liebe, Aufwand und Arbeit am Leben zu halten, um ihn dann im Alltag runterzunudeln und bei einem Unfall nichts von der Versicherung zu bekommen, ist ja auch wenig zielführend.

    Also tausende Kilometer fahren für nichts und wieder nichts - das muss doch wirklich nicht sein. Warum nutzt man heute nicht die Möglichkeiten der modernen Kommunikation zum aussieben? Ich habe inzwischen schon mehrere Käufe/Verkäufe per Video-Call vorbereitet. Dann lässt man sich genau die Stellen zeigen die man sehen will und dann kann man auch besser abschätzen ob ich eine Fahrt lohnt. Zudem gibt es direkt einen persönlichen Eindruck vom Verkäufer und man sieht das Umfeld.


    Ansonsten gilt auch für den e46: Die besten Autos wurden bereits gebaut und da gehört er dazu. Ein E9x ist für mich keine Alternative. Ich hatte mal spontan einen 330i Cabrio gekauft und wirklich vorher nicht bedacht wie schlecht so ein Direkteinspritzer von BMW klingen kann. Oft hatte ich das Gefühl das dort ein Diesel vor sich hin nagelt. Vor allem wenn man den im Stand laufen hört und daneben steht. Es mag zwar effizienter sein, emotionaler ist es aber nicht und ein BMW 6 Zylinder muss einfach auch gut klingen, damit das Gesamtfeeling passt.


    Ja - je älter man wird, umso mehr merkt man, dass man einige Autos im Leben besser behalten hätte. Meinen 330i Spezial Edition aus 2006 zum Beispiel. Aber der läuft 70km weiter weg von mir und ich kann ihn jederzeit angucken fahren ;( . Oder den e38 740i aus 1999 mit 65.000 km und voller Hütte, einen Lexus IS-F mit 45.000 km, A8 D2 lang mit 70.000 km etc. Man kann sich ein paar Jahre später über solche Verkäufe ärgern aber was bringts? Es kam ja dann auch meist ein anders Gefährt. Das Leben hält viele schöne Autos bereit und es wird auch noch weiterhin schöne e46 geben. Denn es wurden sehr viele gebaut und viele Besitzer sterben einfach weg oder werden zu alt und der Nachwuchs hat oft keinen persönlichen Bezug. Hinzu kommen politische Faktoren, Spritpreisentwicklung etc., die zu spontanen Marktveränderungen und neuen Denkweisen führen. Sollte der Sprit ab 2027 tatsächlich dauerhaft auf 2,00 oder 2,50,-/Liter gehen, wie derzeit spekuliert, werden noch einige den Spaß am Altblech verlieren. Insbesondere wenn die Wirtschaft weiter kollabiert, man kein Beamter oder Rentner ist und sich persönliche Prioritäten zwangsläufig verschieben.