Alternative Antriebe

  • Ich hoffe nicht, dass sich diese Technologie durchsetzen wird - etwas aus zwei Welten zwangsweise verbinden zu wollen, funktioniert i.d.R. nur halbherzig.

    Hier habe ich mich evtl. etwas voreilig ausgedrückt.

    Unter "durchsetzen" meinte ich bei der Auswahl zwischen Vollstromer und Hybrid. Das uns der Verbrenner noch sehr lange erhalten bleibt sollte jedem vernünftig denkendem Bürger klar sein. Auch das mit der E-Mobilität mitnichten ein Beitrag zum Weltklima geleistet wird.

    Ich bin eben der Auffassung, dass sämtliche Subventionen in diese Richtung hier schnellstmöglich abgeschafft werden sollten.

    "Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei äußern dürfen."

    (Evelyn Beatrice Hall)

  • Das ist ja alles nicht neu, dass Fahrzeuge im Realbetrieb mehr verbrauchen als im Prospekt. War auch viele Jahre bei Benziner- und Dieselfahrzeugen mit Abweichungen im Realbetrieb gegenüber den Herstellerangaben von 25 bis 40 Prozent nach oben der Fall.


    Wie man jedoch in diesem Fall ein Zulassungsverfahren entwickeln konnte, bei dem Verbräuche von 1,5 Liter/100 km (oder in meinem Fall 0,9 Liter/100 km) PLUS eine bestimmte kWh-Menge - die hier in deinen Ausführungen und offenbar auch in der Studie - komplett unterschlagen wird (was die Wissenschaftlichkeit doch sehr in Frage stellt) dem Kunden vorgaukeln, das Fahrzeug würde fast nichts verbrauchen, das ist mir wirklich ein Rätsel. Hat irgendein Kunde denn wirklich erwartet oder geglaubt, dass er ein 2 Tonnen schweres Fahrzeug mit unter 2 Litern pro 100 km bewegen kann? Anders betrachtet, ist dies tatsächlich erreichbar, WENN man konsequent bei jeder Gelegenheit das Fahrzeug auflädt, viel in der Umgebung und aufs Jahr betrachtet relativ wenig Strecken über 500 km fährt. Dann ist eben der Stromanteil in kWh hoch.


    Insofern belegt diese Studie nur zwei Dinge: 1) wie blödsinnig das Zulassungs- bzw. Messverfahren war, dass da irgendwelche Schreibtischhengste oder -stuten ausgebrütet haben und 2) dass viele Kunden die Technologie nicht so genutzt haben, wie sie genutzt werden kann und sollte.


    Es ist Fakt, dass bei passendem Fahrprofil und viel genutzter Lademöglichkeit in der Garage der Plugin-Hybrid Sinn macht. Dass viele Dienstwagenfahrer nur an der Steuerersparnis interessiert waren und das Ladekabel nur spazieren gefahren haben, steht auf einem anderen Blatt.


    Den "Charge"-Modus sollte man generell nicht nutzen, das macht bei keinem Plugin-Hybrid Sinn aufgrund zu hoher Umwandlungsverluste. Rekuperation und eine geringfügige Aufladung bei bestimmten Betriebszuständen, also der Vollhybrid-Modus, das ist effizient.


    Ich bin jedenfalls happy, dass ich mit 28,2 Ct/kWh derzeit auf Kilometerkosten von ca. 6,4 Ct/km im EV-Betrieb komme. Ein Dieselfahrzeug müsste dafür beim aktuellen Dieselpreis von 2,15 EUR pro Liter einen Verbrauch von 3 L/100 km haben. Das geht vielleicht mit einem Lupo bei 80 km/h, aber nicht mit einem knapp zwei Tonnen schweren SUV. Und das Klima wird nebenbei auch noch mit gerettet (für diejenigen, die dran glauben).


    Und wenn man für JEDE 100 km-Strecke den Akku vorher voll lädt, dann sind übrigens die WLTP Angaben annähernd erreichbar - nur dass das in der Praxis niemand macht. Deshalb gibt es seit einiger Zeit die Angabe der Hersteller zum Verbrauch bei entladener Batterie - kein Wort dazu in dieser Studie (warum wohl?). Es drängt sich doch der Verdacht auf, dass man hier die Plugin Hybride unbedingt schlecht darstellen wollte. Dafür, dass viele Kunden die Technologie nicht intelligent nutzen, kann die Technologie ja nichts. Man kann auch bei offenem Fenster heizen, das ergibt dann auch schlechte Effizienzwerte.


    Und noch ein fun fact: Wenn ich mit meinem Fahrzeug immer nur Strecken unter 70 km am Stück fahre und am Zielpunkt lade, habe ich einen Spritverbrauch von 0,0 L/100 km.

  • die hier in deinen Ausführungen und offenbar auch in der Studie - komplett unterschlagen wird (was die Wissenschaftlichkeit doch sehr in Frage stellt)

    Vorsicht bitte - ich unterschlage nichts - ich habe mir lediglich erlaubt aus einer Studie von 64 Seiten Umfang, die am offenbarsten aufscheinenden faktenbasierten Informationen rauszusuchen. Wer will kann sich die Studie im Detail anschauen und gerne unwissenschaftliche Methodiken entdecken.



    Und wenn man für JEDE 100 km-Strecke den Akku vorher voll lädt, dann sind übrigens die WLTP Angaben annähernd erreichbar - nur dass das in der Praxis niemand macht.

    Und genau dieser Punkt wird in der Studie auch widerlegt - in den Abbildungen 11 und 12 wird die Korrelation zwischen dem Anteil der Fahrzeuge mit hohem Charge Depleting-Mode (CD-Mode) und deren Realverbrauch aufgezeigt - das sind im Flottenmittel immer noch 2,8 L/100km.


    Dazu aus der Studie:

    "Abbildung 12 zeigt, dass es im Flottenmittel keinen relevanten Zusammenhang zwischen CD-Mode-Verbrauch und dem Anteil der CD-Mode-km gibt. D.h. Fahrzeuge, die sehr viel geladen werden und damit hohe CD-Mode-Anteil von bspw. über 80 % aufweisen, haben einen ähnlich hohen CD-Mode-Verbrauch von ca. 2,7 l/100 km wie Fahrzeuge, die sehr selten geladen werden und daher wenig, bspw. unter 30 % in CD-Mode fahren."

    Studie_Abb-11.jpg

    Den "Charge"-Modus sollte man generell nicht nutzen, das macht bei keinem Plugin-Hybrid Sinn aufgrund zu hoher Umwandlungsverluste.

    Am Wochende bin ich in einem Renault Captur Full-Hybrid mitgefahren (Stadt/Stadtautobahn/Landstraße) im ECO Mode - das Ding hat zwischendurch so alle 5 Minuten den Verbrenner auf stoische 4.000 U/Min gejagt um zu laden und ist währenddessen elektrisch weitergefahren (das war von der Klangkulisse her für mich verstörend) - soweit ich das beobachtet habe und der Fahrer das auch bestätigt hat, kann man das nicht ausschalten! Und es war ja auch im gelobten ECO-Mode, der ja bei einem Full-Hybrid offenbar den besten Verbrauchswert rausholen soll. Will sagen - was man generell nicht sollte oder kann, hängt mittlerweile wohl sehr stark von der Ingenieurskunst des jeweiligen Fahrzeugherstellers ab.



    Nochmal kurz warum ich diese Studie angeführt habe - Der Studie ist es vollkommen egal, ob der Fahrer oder das Auto diesen oder jenen Mode fährt, ob und wie der einzelne den PlugIn zu Hause/unterwegs lädt. Es werden Echtdaten von ca. 1 Mio Fahrzeugen aus drei Jahren ausgewertet um reale Kraftstoffverbrauchswerte zu erhalten. Da geht es nicht um Gesamteffizienzen, Klimarettung oder andere politische Bewertungsdimensionen. Es wird einzig und allein ausgewertet, ob und wie Kraftstoff-sparsam real fahrende PlugIn-Hybride im Real-Flottenverbrauch unterwegs sind. Denn das war/ist das Versprechen der Autoindustrie -auch in Form des WLTP- das PlugIn-Hybride kraftstoffsparend sind. Die Realität der 1. Mio Fahrzeuge und des Datenzeitraumes 2021 bis 2023 zeigt etwas anderes - nämlich 326% Abweichung zu den Herstellerversprechen.


    Und das wäre auch der einzige Kritikpunkt bzw. relevante Angriffspunkt, den ich akzeptieren würde - die Fahrzeuge die seit 2023 bis heute auf den Markt gekommen sind, dürften die Dimension bemerkenswert verschieben. 2021 das sind z.T. die Anfangsmodelle der jeweiligen Hersteller zum Thema PlugIn, wenn ich da an den Lynk 01 Mietwagen von 2023 denke - als R3 1.5L Hybrid mit realen 12L/100km auf der AB dürfte ich die Statistik auch schon maßgeblich beeinflusst haben ^^

  • Ja, stimmt schon - bis vor kurzem konnten eigentlich nur Honda und Toyota gescheite Vollhybride bauen und diesen Modus auch intelligent in ihre Plugin-Hybride integrieren. Bei anderen Herstellern war es eher so, dass die bei entladener Batterie mehr verbraucht haben als die reinen Benziner-Schwestermodelle. Weil sie eben außer ein bisschen Rekuperation nicht viel Energie zurück in den Akku gespeist haben. Dazu dann noch der Einsatz hubraummäßig unterdimensionierter Turbomotoren, die tatsächlich nur unter Idealbedingungen wenig verbrauchen. Das funktioniert nicht gut. Und dass Hybride insgesamt für den überwiegenden Autobahneinsatz nicht so die geeignete Fahrzeugkategorie sind, ist auch richtig.

    Deshalb hat die Studie eben zum großen Teil dann doch nicht bewiesen, dass Plugin-Hybride per se ineffizient sind - sondern, dass sie vielfach ineffizient eingesetzt wurden und dass viele Hersteller die Technologie nicht gut umgesetzt haben (sieht man ja deutlich, dass Toyota und Lexus in dem Diagramm sehr gute Werte haben im Vergleich. Honda ist mangels Stückzahl nicht aufgeführt bzw. gibt es nur ein Modell seit 2023).

  • - sondern, dass sie vielfach ineffizient eingesetzt wurden

    So ist es !

    Das allererste was ich mache beim einsteigen ist, den Fahrmodus auf "Verbrenner" umschalten. 8)

    Deshalb komme ich jeden Monat im Schnitt auf ca. 0,4 - 2% eDrive Anteil. Das schont den E-Motor und reduziert den teuren Ökostromverbrauch. Nachhaltig ist das dann auch noch. :)

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    (Evelyn Beatrice Hall)

  • Glückwunsch - für diesen Beitrag darfst Du dir den Titel des Tages selber aussuchen:

    a) Troll des Tages

    b) PHEV-Depp des Tages

    c) Ich-bin-wirklich-so-dämlich User des Tages


    Aber schön, wie du die Ergebnisse der Studie weiter bestätigst - Dienstwagenfahrer (hier vornehmlich Audi, BMW, Skoda, VW) laden kaum elektrischen Strom, um ihn dann im PHEV zu nutzen:


    Gelandener_Strom-100km_PHEV.jpg


    Erklärung zur Abbildung: "Abbildung 10 zeigt die Häufigkeitsverteilung der aus dem Stromnetz geladene Strommenge (nicht die verbrauchte, sondern geladene) pro 100 km Fahrstrecke. Die Normierung auf die Fahrstrecke erfolgt, um Fahrzeuge mit hoher und geringer Gesamtfahrleistung vergleichbar zu machen."

  • Hah..... ha ha....... Was ein Schenkelklopfer. :applaus: Werde heute vor Lachen nicht in den Schlaf kommen.

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