Komplette Hinterachse neu lagern!

  • Vorarbeit ist aufwändiger, nehme ich an.

  • Wieso ist das so teuer? =O

    Ich hatte 2020 mal eine entsprechende Anfrage bei verschiedenen Firmen gemacht, weil mein hinterer linker Sattel hing und die 2001 aufgebrachte Farbe dann nach 19 Jahren auch mal am Ende war (keine Grundierung, 2001er Baumarktfarbe - ja Jugendsünde :m0003:), wollte ich das Bremssystem überholen. Dabei stand ich vor der Wahl die alten Sättel/Halter aufarbeiten oder neue zu verbauen und die dann noch anzuhübschen - eben Pulvern lassen.


    Ich bin ähnlich wie Du von nicht all zu hohen Preisen ausgegangen, weil Pulvern ja schon lange ein Standardverfahren ist und neue Sättel eben neu sind... Allerdings sind Bremssätteln halt noch mal eine manuelle Herausforderung - wenn es vernünftig gemacht werden soll! Erstmal unterscheiden die meisten Firmen nach gebrauchten Sätteln oder neuen Sätteln:

    • gebraucht muss auseindergebaut, gereinigt, entrostet/gestrahlt und wieder zusammengebaut werden
    • bei neuen Sätteln halt nur das Auseinder- und wieder Zusammenbauen


    Dann müssen jeweils die richtigen Stellen abgeklebt werden, damit dort kein Pulver reinkommt (Gewindegänge bei den Haltern, die Durchführung für die Silikonhüllen der Bremssattelführung, die "Laufflächen" für die Bremsklötze, die Kolben mit ihrer Dichtung selbst, etc.). Ich habe das oben mit 3h beim ersten Tag angegeben - das hat mich für 4x Halter und 4x Sättel auch wirklich 2,5h gekostet, bis ich alles schön sauber und vernünftig verpackt hatte - wobei ich komplett neue Sättel verwendet habe, die ich nur einmal entfetten musste


    Das sind dann mit den Pulverarbeiten selbst für einen versierten Lackierer/Pulverbeschichter der das täglich macht insgesamt mindestens 4h Aufwand eher sogar mehr, um von angelieferten (neuen) 4xSätteln +4xHalter bis zum fertigen gepulverten Produkt zu kommen. Sind es gebrauchte Sättel, müssen die noch zusätzlich gereinigt und gestrahlt werden - kommen mindestens nochmal 2h dazu.


    Bei alten Zaunteilen knallst du mit einem Sandstrahlgerät rüber ohne irgendwas abzukleben, nimmst einen Entfetter/Basen-Reiniger zum Säubern, hängst die Teile auf, jagst das Pulver rauf und hängst/stellst die in einen Ofen - 10m Zaun pro h geht da bestimmt ;)



    Hier mal das Zitat einer solchen Anfrage aus 2020 - mit der Inflation der letzten 5 Jahre dürften mittlerweile 50% draufgekommen sein:


    DIY ist kostentechnisch sicherlich vorteilhaft - nur die eigene Zeit, darf man dabei dann wie immer nicht reinrechnen.

  • Eine alternative wäre, sich alle Bremssättel gebraucht zu besorgen, sorgfältig zerlegen, inspizieren, reinigen etc. und dann aufzuarbeiten.

    Interessant für diejenigen, die angewiesen sind mobil zu bleiben.

    Anschließend dann die Bremsen 1:1 zu swapen..

    Beim Hinterachsträger wird es ja teilweise so praktiziert.

    Ist zwar alles etwas aufwändiger und teurer, aber dann hat man es einmal (hoffentlich) richtig gemacht und wird für den Rest des Auto-Lebens nicht mehr ran müssen.

    "Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei äußern dürfen."

    (Evelyn Beatrice Hall)

  • ich hatte zum glück direkt n andern Träger besorgt.
    Ich hab bei mir den (eh durchrosteten) Träger durchgeflext, um die Seile rauszubekommen.

    Jetzt das WE mach ich überholte Längslenker rein, und auch neue Seile, weil die nicht nur im Träger fest waren, sondern natürlich auch im Längslenker....


    Gibt es da eig tipps, was man machen kann, das die nicht gleich wieder so brutal einrosten?

    Fett wird ja sicher nicht so das Wahre sein


    Bei mir waren die Lager auch weich. Ich habe mich letztes Jahr dazu entschlossen, sie direkt am Fahrzeug zu tauschen:




    Natürlich hat mein alter 325 TI auch Rost an den Achsteilen. Wie bei den Lagern auch, habe ich insichtlich der Rostvorsorge eine "Quick And Dirty" Methode angewand. Den groben Rost habe ich mit einer rotierenden Drahtbürste entfernt, und danach zunächst Dinitrol ML und abschließend Dinitrol Metallic aufgetragen. Mit diesen Produkten habe ich schon mehrfach positive Erfahrungen gemacht. In meinem Link sind vorher/nachher Aufnahmen zu sehen.


    Aber - wenn ich es ordendlich machen wollte - so würde es nach dem Ansatz @vodjara in Ruhe machen. Denn ein nicht rollbares Auto, das meinen kleinen Hof blockiert, möchte ich vermeiden.

  • Eine alternative wäre, sich alle Bremssättel gebraucht zu besorgen, sorgfältig zerlegen, inspizieren, reinigen etc. und dann aufzuarbeiten.

    Interessant für diejenigen, die angewiesen sind mobil zu bleiben.

    Anschließend dann die Bremsen 1:1 zu swapen..

    Beim Hinterachsträger wird es ja teilweise so praktiziert.

    Ist zwar alles etwas aufwändiger und teurer, aber dann hat man es einmal (hoffentlich) richtig gemacht und wird für den Rest des Auto-Lebens nicht mehr ran müssen.

    Hab grad nicht gegurgelt wie die aktuellen Preise sind - aber bei mir war vor fünf Jahren die Entscheidung recht schnell getroffen, die Sättel schlicht und ergreifend gleich neu zu beschaffen. Lackieren ging damit recht schnell (nach ersten Problemen mit sog. Bremssattellack) und die ganze Sanierung des Unterbodens hat schon lange genug gedauert. Die originalen Sättel liegen parat, wenn ich mal Langeweile hab, werd ich mir die vornehmen und Grundüberholen (wenn ich dann noch Teile dafür krieg).

  • die Sättel schlicht und ergreifend gleich neu zu beschaffen.

    Da stimme ich dir zu. Hatte ich für die Vorderachse ebenso gemacht. Vor einigen Jahren. Beste Entscheidung. Und für die alten gibt es sogar noch Kohlen bei Kleinanzeigen ;)

    "Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei äußern dürfen."

    (Evelyn Beatrice Hall)